Apple wollte 2010 „Friede“ – für 30 Dollar pro Smartphone und 40 Dollar pro Tablet von Samsung

Der weltweite Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung wird irgendwann nach der Meinung von einigen Experten in einem Cross-Licensing Abkommen enden: beide zahlen dem jeweils anderen bestimmte Gebühren für Patente und am Ende wird  aufgerechnet. Durch die nun laufenden Klagen würde ich vermuten versucht Apple den eigenen Wert bei einem solchen Abkommen zu erhöhen. Dabei gab es bereits 2010 seitens Apple Bestrebungen einen Streit im Wege von Lizenzen zu vermeiden:

Ein im Wege des Prozesses in den USA aufgetauchter Apple-interner Entwurf aus dem Oktober 2010 zeigt, dass man grundsätzlich 30 Dollar pro Smartphone und 40 Dollar pro Tablet von Konkurrenten fordern wollte, Zulieferer Samsung hätte zusätzlich noch 20 Prozent „Rabatt“ bekommen wenn man auf eigene Patentansprüche dafür verzichtet hätte…

Drei „Klassen“ von Lizenzen hätte es gegeben:Die Phone License für grundlegende Funktionen, die Smart License für Apple-Techniken des Systems und die weiteste Advanced Mobile License für Touchscreens und Nutzeroberflächen-Elemente. Samsung hätte nach diesem Modell 2010 rund 250 Millionen Dollar an Apple zahlen müssen.

Grundsätzlich ist gegen solche Lizenzierungsmodelle wenig einzuwenden, allerdings war nicht abzusehen wie erfolgreich Samsung werden würde und würde man nach diesem Modell bei über 52 Millionen verkauften Smartphones alleine im letzten Quartal abrechnen, wäre die Summe deutlich höher als „nur“ 250 Millionen Dollar. Samsung zahlt bereits Lizenzgebühren für das bei Android genutzte Java in Höhe von 10-15 Dollar je Smartphone an Microsoft, zusätzlich 30 Dollar an Apple und die Margen würden schmelzen. Dazu muss man sagen, dass Lizenzen eigentlich deutlich günstiger sind als die in meinen Augen stark überzogenen Forderungen von Apple: FRAND-Patente (solche hält Samsung zahlreich) machen wenige Cent pro Gerät aus. Ebenfalls gegen einen solchen Patent-Deal mit Apple spricht, dass viele Patente wohl so nicht Bestand haben werden – grundlegenste Funktionen und prior art lassen sich nicht schützen. Insofern ist es nur zu verständlich, dass Samsung nicht auf das Angebot eingegangen ist.

Apple fordert in den USA unter anderem 2.45 Milliarden US-Dollar fordert, da Samsung angeblich Apples Geräte „sklavisch“ kopiert. Sollten auch nur einige Patente als nicht gültig von der Jury erachtet werden, dürfte sich der Betrag bereits beträchtlich senken lassen.

Quelle: Heise, Caschy und AppDated

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