Android at work: Samsung bringt Knox in Android Projekt L ein

Neben der Samsung Gear Live gab es gestern noch eine weitere große und für mich deutlich überraschendere Nachricht auf der Google i/o im Bezug auf Samsung. Nachdem man lange Zeit Samsung Knox entwickelt hat, um auch im B2B-Bereich Blackberry und auch iOS anzugreifen, kommt  nun das ganze Android-Projekt in den Genuß der Sicherheitslösung.

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Für das Android-Projekt als solches eine feine Nummer. Alle Hersteller können dann ohne großen Mehraufwand ihr Device für BYOD fertig machen und bekommen quasi Samsung Knox, ohne aber den Namen der Konkurrenz nennen zu müssen. Die Nutzer profitieren eh, keiner „muss“ mehr Samsung haben, um ein Gerät unter Android für B2B zu nutzen.

Was ich mich nur frage: Warum? Die Vorteile für uns Nutzer liegen auf der Hand und Android insgesamt wird sicherer, aber Samsung wird ja wohl kaum eine jahrelange Eigenentwicklung „spenden“, oder? Ganz so einfach ist die Sache sicherlich nicht, da hätte ich zu gerne „Mäuschen gespielt“ und bei den Verhandlungen zugehört. Hier mal ein paar Gedanken:

  • Samsung Knox ist bei der Developer Community auf wenig Gegenliebe gestoßen. Das ist nicht gut für Samsungs Ruf, indem man Knox in Android for work einbaut, ist Samsung den schwarzen Peter los.
  • Samsung Knox war nicht wirklich erfolgreich – glaube ich. Indem man Knox in das normale Android-Projekt einbringt, wird es sich eher durchsetzen. Samsung wiederum hat 70 Prozent des Android-Markts. Jacke wie Hose, ob man sich unter Android von den anderen absetzt und mit Knox den B2B Markt angreift, oder den Android-Markt weiter dominiert und mit Android auch im B2B-Sektor angreift.
  • Samsung musste etwas wiedergutmachen. Mit der Magazine UX hat man sich auf der CES keine Freunde gemacht und auch wenn die Nummer abgespeckt wurde, fand Google den Kram wenig prickelnd. Auch andere Alleingänge könnten das erfordert haben. Und für Updates könnte die Nummer in Zukunft praktisch sein, Google ist in der Richtung wohl auch wenig happy.
  • Geld. Patente. Whatever. Google hat Samsung bei dem Prozess in den USA geholfen. Samsung muss im Hintergrund an Google etwas abdrücken für die Nutzung der Google-Dienste. Als mit Abstand größter Hersteller ist man hier gefährdet. Vielleicht ist es so unter dem Strich günstiger geworden.

Ohnehin wirkt die Google i/o auf mich wie ein Schulterschluss. Eine neue Uhr, obwohl sie eigentlich noch lange nicht in das Portfolio einzuordnen ist, Samsung Knox … es scheint, als habe Samsung den Einzelkämpfer unter den Androids drangegeben und arbeitet wieder mehr mit Google. Vielleicht, um sich weiter eine Sonderbehandlung zu sichern. Hardware-Tasten etwa. HTC darf nicht, Samsung schon. Außerdem: Samsung setzt auf Chromebooks und kann von Android L mehr profitieren als etwa Sony oder HTC.

Eine spannende Entwicklung, bleibt nur zu hoffen, dass Projekt L auf vielen älteren Geräten landet. Bezweifle ich zwar, aber die Hoffnung stirbt zu letzt.

(Bild von AndroidCentral)

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