Samsung Galaxy Tab S2 9.7 Testbericht

Samsung und AMOLED gehören einfach zusammen. Erst auf Smartphones etabliert, stellten die Südkoreaner auf der IFA 2011 mit dem Galaxy Tab 7.7 das erste Tablet mit AMOLED-Display vor und ich hatte mich damals sofort verliebt. Metallgehäuse und ein Display, welches einfach beeindruckt. Wegen Patentstreitigkeiten gab es das Tab 7.7 nie wirklich auf dem hiesigen Markt und so dauerte es bis 2014 um endlich ein SAMOLED-Tablet in Deutschland zu haben.

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Das Samsung Galaxy Tab S hat mir extrem gut gefallen, ist allerdings in meiner Examensphase leicht untergegangen auf dem Blog. Seit wenigen Wochen ist der Nachfolger, das Samsung Galaxy Tab S2 offiziell – Zeit für einen Testbericht.

Der Lieferumfang

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Viel ist nicht in der schlichten aber schicken Box des Samsung Galaxy Tab S2 9.7 zu finden: Ein langes MicroUSB 2.0 Ladekabel, ein Ladeadapter mit 2A Output aber ohne Adaptive Fast Charging, ein SIM-/SD-Slot-Tool und der übliche Papierkram. Was ich mag: Das Tablet liegt in einer kleinen Tasche, welche man als Provisorium nutzen kann, falls noch keine Hülle oder ähnliches bestellt ist.

Das Datenblatt

  • Prozessor: Exynos 5433 Octa mit 1,9GHz Cortex A57 + 1,3GHz Cortex A53 Quadcore CPU, Mali T760MP6 GPU
  • Arbeitsspeicher: 3GB LPDDR3 RAM
  • Speicher: 32GB ROM, erweiterbar via MicroSD um bis zu 128GB
  • Display: 9,7 Zoll XQGA SAMOLED mit 2048×1536 Pixeln (264ppi)
  • 8 MP Kamera mit WQHD-Video auf der Rückseite, 2.1 MP Kamera auf der Front
  • 5870 mAh Akku ohne Fast Charging
  • 237,3 x 169 x 5.6 mm bei 389 Gramm (WiFi)/ 392 Gramm (LTE)
  • Konnektivität: LTE Cat.6, 802.11a/b/g/n/ac + BT 4.1,0, GPS/Glonass, kein NFC
  • Sonstige Sensoren: Fingerprint-Sensor
  • OS: Android 5.0.2, TouchWiz UI
  • Preis: 519 Euro UVP (WiFi), 599 Euro UVP (LTE), Tab S2 8.0 499 Euro UVP (LTE)

Verarbeitung und Design

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Samsung und gutes Design war lange Zeit ein Paradoxon. 2014 hat sich dies allerdings angefangen zu ändern. Das Samsung Galaxy Tab S war in meinen Augen ein Tablet auf der Grenze zwischen Kunststoff und Design. Optisch noch Geschmackssache aber hochwertig verarbeitet und sehr schlank, dazu beste Hardware.

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Mit dem Galaxy Alpha hat Samsung letztes Jahr dann den harten Cut in Sachen Design und Verarbeitung geschafft. Ein optisch gelungenes Gerät, welches mit feinem Aluminiumrahmen glänzen konnte. Das Samsung Galaxy Note 4 setzte dann ebenfalls auf eine Metalllegierung beim Rahmen und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Samsung auch bei den Tablets hier nachlegen würde.

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Das Samsung Galaxy Tab S2 ist bei Vearbeitung und Design an das Galaxy Note 4 angelehnt. Der gerade einmal 5,6mm schlanke Rahmen bietet eine blanke Fase aus einer Metalllegierung und so ein sehr hochwertiges Design. Die Rückseite dagegen besteht aus Kunststoff und ist in der schwarzen Variante leicht gummiert. Diese Gummierung fällt optisch kaum auf, sorgt aber dafür, dass das Tablet deutlich besser in der Hand oder auch mal auf der Couch auf den Knien liegen kann, als es etwa bei eloxiertem Aluminium der Fall wäre.

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Der Rahmen selber ist nicht aus blankem Aluminium, wie es etwa beim Galaxy S6 oder S6 edge der Fall ist, sondern matt lackiert. Dies wirkt grundsätzlich weniger edel, durch die blanke Metallkante darüber gefällt mir dieses Design ebenso. Es ist im Ergebnis die Designlinie des Galaxy Note 4 bei einem größeren Gerät und ohne das Fake-Leder auf der Rückseite. Das Samsung Galaxy Tab S gefiel mir gut, das Galaxy Tab S2 ist hochwertiger und gefällt mir besser. Ein tolles Design und sobald man das gerade einmal 5,6 Millimeter schlanke Gerät in den Fingern hatte, wirken alle anderen Tablets in der Größe leicht dick und klobig. Mit dem Galaxy Tab S eingeführt hat Samsung nun die Druckknöpfe für Cover an dem Galaxy Tab S2 deutlich kleiner und dezenter gestaltet – eine feine Sache. Ich mag es nicht, ein hochwertiges Tablet in eine billige Kunststoffhülle mit Kunststoffrahmen zwängen zu müssen um ein Cover zu haben, mit dieser Option bleibt der Rahmen auf Wunsch blank.

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Das Display: (Fast) quadratisch, praktisch, gut.

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Bisher setzte Samsung bei den Geräten fast immer auf ein 16:9 oder 16:10-Seitenverhältnis. Im Fall des Samsung Galaxy Tab S2 setzt man nun auf ein deutlich weniger längliches Seitenverhältnis von 4:3. Wem dies bekannt vorkommt: Apple nutzt seit Jahren eben dieses Verhältnis für das iPad. Anfangs war ich skeptisch. Die Balken beim Schauen von Filmen sind breit und für mich ungewohnt-unschön. Allerdings spielt das Seitenverhältnis in anderen Anwendungen seine Vorteile aus. Tablets sind für mich Geräte auf denen Inhalte konsumiert werden und dafür ist 4:3 sehr gut geeignet. Ob es das Surfen auf Facebook oder generell im Internet ist oder ab das Lesen von eBooks – hier hat das breite Format viele Vorteile.

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Die Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln ist ungewöhnlich gemessen an bisherigen Samsung-Tablets. Neu ist die Auflösung allerdings nicht, Apples iPad Air 2 bietet eben diese Auflösung auf 9,7 Zoll. Das Ergebnis zählt und 9,7 Zoll SAMOLED mit dieser hohen Auflösung machen einfach Spaß. Ich war ein Fan des Galaxy Tab 7.7 mit AMOLED-Display, mochte das Tab S mit seinem SAMOLED-Display und nachdem ich mich mit dem 4:3-Format angefreundet habe, feiere ich das Samsung Galaxy Tab S2 9.7. Die Farben, Kontraste und Blickwinkel sind herausragend. Klar, SAMOLED bleibt Geschmackssache, aber die Farbkalibrierung lässt sich ändern, falls sie von Werk aus zu gesättigt erscheint.

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Die Größe ist so eine Sache, 9,7 Zoll sind mir teilweise schon nicht mehr portabel genug, auch wenn das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 mit 5,6 Millimetern so schlank ist, dass die Größe weniger ein Problem ist. Nachdem ich auf der IFA 2015 jedoch das Galaxy Tab S2 8.0 in den Fingern hatte, wäre es für mich sehr schwer zu entscheiden, was mir jetzt besser gefällt.

Die Hardware: Die Kirsche auf der Sahne auf der Waffel fehlt

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Eigentlich gibt es an einem Exynos 5433 Octa mit zwei 1,9 und 1,3GHz-Quadcore CPUs nichts auszusetzen. Auch 3GB Arbeitsspeicher sind super. Das „Aber“ was mitschwingt ist, dass Samsung beim Galaxy S6 auf einen 14nm Exynos 7420 setzt. Dieser ist mit einer Mali-T760MP8 GPU nochmal leicht schneller und effizienter. Würde man also eine Waffel bestellen, wäre das absolute Maximum nicht erreicht, der Puderzucker fehlt. „Aber aber“: Bei der Auflösung brauchte ich nicht einmal mehr Leistung, alle Spiele und Benchmarks liefen absolut herausragend und das Erlebnis ist auf dem SAMOLED-Display einfach nochmal eine andere Hausnummer. Die absoluten Geeks wird es vielleicht stören, mir war die Hardware am Ende auf jeden Fall stark genug und ich würde sie zu den Vorteilen des Galaxy Tab S2 9.7 zählen. Im Gegensatz zu dem Galaxy S6 lässt sich der Speicher per MicroSD ohne Probleme erweitern, eine feine Sache für Filme und eBooks, zu denen das Display einfach einlädt.

Software: TouchWiz in groß

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Bei Android auf Tablets bin ich immer ein wenig zwie­ge­spal­ten. Auf der einen Seite ist logisch, dass ich meine produktive Arbeit (sofern es sie bei mir gibt 😉 ) nicht 1:1 auf ein Tablet übertragen kann. Photoshop, Premiere und diverse andere Programme fehlen mir. Allerdings kann man seine Nutzung für alle anderen Bereiche als die des doch recht speziellen Arbeitens auf das Tablet mitnehmen.

Als Betriebssystem gibt es derzeit Android 5.0.2 – ein Update dürfte mal wohl erwarten, genaue Ansagen gibt es nicht. Mir ist allerdings auch ziemlich egal, welche genaue Android-Version auf einem Gerät läuft. Die Unterschiede waren zuletzt minimal, Hauptsache es ist gut optimiert und läuft flüssig. Dies ist auf dem Galaxy Tab S2 der Fall.

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Praktisch finde ich tatsächlich die vorinstallierten Apps: Während ich auf dem Smartphone die Office-Suite relativ unpraktisch finde und nur selten nutze, sind die Apps auf einem Tablet wie dem Samsung Galaxy Tab S2 9.7 nützlich. Natürlich wird man wohl keinen Beststeller auf dem Tablet schreiben, dafür sind Tastaturen an Laptops oder am Desktop einfach zu komfortabel – aber mit einem Multimedia-Dock und einer Bluetooth-Tastatur lässt sich durchaus vernünftig damit arbeiten und immer kann man das 392 Gramm leichte Tablet „mal eben“ mitnehmen.

Nervig ist für mich aber wie inzwischen leider so oft Flipboard-Briefing. Zwar lässt sich der Newsreader auf dem Homescreen deaktivieren, durchscollen kann man den Homescreen und App-Drawer trotzdem nicht. Am Ende trotzdem eine vernünftige Software mit Abzügen in der B-Note für die Android-Iteration.

Der Fingerprint-Scanner

Samsung hat 2014 in einigen Geräten auf einen Fingerprint-Scanner gesetzt, der einen Swipe der Fingerkuppe über den Sensor erforderte. In der Praxis war mir die Erkennungsrate auf Dauer nicht gut genug und die Gefahr zu groß, dass Winkel, Geschwindigkeit oder im Zweifel Lust und Laune des Geräts nicht passten, um ein zuverlässiges Entsperren zu ermöglichen. Bei dem Galaxy S5, Galaxy Note 4 und auch Galaxy Tab S führte das für mich immer dazu, den Scanner zu deaktivieren, auch wenn ich grundsätzlich Fingerprint-Scanner als sehr praktisch und durchaus sicher ansehe.

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Mit dem Samsung Galaxy S6 wurde ein Fingerprint-Scanner eingeführt, welcher wie der des iPhone funktioniert – und das sehr, sehr gut. Unter Android war Huawei mit dem Mate 7 die Benchmark in Sachen Fingerprint, das Galaxy S6 war dem jedoch mindestens ebenbürtig. Das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 setzt nun auf den gleichen Fingerprint-Scanner im Homebutton wie das Galaxy S6 und dieser funktioniert super. Bei so hochpreisigen Tablets wie dem Galaxy Tab S2 9.7 (519 Euro UVP WiFi/ 599 Euro UVP LTE) ist ein Business-Einsatz durchaus naheliegend und dann ist ein so guter Fingerprint-Scanner eine feine Sache, um das Gerät zu sichern.

Die Kamera

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Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde: Selfie-Sticks oder Leute die Fotos mit ihrem Tablet machen. Trotzdem haben Tablets Kameras. Im Fall des Samsung Galaxy Tab S2 9.7 gibt es eine 8MP Kamera auf der Rückseite und eine 2,1MP Kamera auf der Front. Das reicht aus für Skype und ähnliches (und die Qualität ist hier vernünftig). Mit der Hauptkamera lassen sich zudem Spielereien veranstalten wie der Virtual Shot, welcher bereits auf dem Galaxy S6 zu finden war. Ohnehin bietet die Oberfläche die schön aufgeräumte Optik des Galaxy S6. Keine Bilder, weiße Symbole und kein überladenes Interface. Einzig der Pro-Modus hat mich enttäuscht: Während auf dem Galaxy S6 der Fokus manuell einstellbar sind und sich auf dem S6 egde+ sogar die Verschlusszeit regeln lässt, bietet der Pro-Modus auf dem Tab S2 9.7 lediglich die Möglichkeit die ISO, Helligkeit und den Weißabgleich manuell zu regeln und auch die Möglichkeit für RAW-Aufnahmen fehlt. Ich weiß nicht, ob man den Pro-Modus dafür wirklich gebraucht hätte. Videos lassen sich übrigens mit 2560×1440 Pixeln aufzeichnen (QHD) und nicht in UHD-Auflösung. Egal, die Kamera funktioniert im Automatik-Modus gut und mehr hätte ich auf meinem Tablet (!) ohnehin nicht genutzt.

Tl;dr – Das Fazit

Ich bleibe gegenüber Tablets noch immer kritisch eingestellt, einfach, da sie in meinen (!) Arbeitsalltag nicht so ganz passen wollen. Mit Smartphone und Laptop fahre ich ganz gut zwischen Surfen und Arbeiten. Allerdings fand ich sehr entspannt, auf dem Galaxy Tab S2 9.7 zu surfen und sogar teilweise produktiver zu werden. Für Filme ist das Seitenverhältnis gewöhnungsbedürftig, hat aber einen großen Vorteil gegenüber dem iPad in meinen Augen: SAMOLED. Dort wo der Rand durch das Seitenverhältnis schwarz und breit ist, ist er im Fall des Galaxy Tab S2 auch wirklich schwarz. Bei AMOLED werden die Pixel einfach abgeschaltet, so sieht der Rahmen bei Filmen einfach nur breiter aus und nicht auch noch teilweise komisch beleuchtet. Dazu bietet das Samsung Galaxy Tab S2 9.7 eine tolle Haptik und Optik. Ein tolles Gerät, mir würde allerdings die Entscheidung zwischen dem Galaxy Tab S2 9.7 und dem kleineren Tab S2 8.0 schwer fallen 😉
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