Samsung Service Center: Wie werden eigentlich eure Smartphones repariert?

Juhu – zum Ende des Jahres hat Samsung uns/mich noch mal für eine interessante Tour nach Berlin geholt. Auf der Tour haben wir das Competence Call Center, die persönliche Anlaufstelle und das Reparaturcenter in Kleinmachnow besucht. Da ich den letzten Teil am interessantesten fand, konzentriere ich mich auch darauf.

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Also, Kleinmachnow. Die Zentrale wenn es um die Reparatur von Samsung Smartphones im Raum Berlin und Brandenburg geht. Das Center gehört zu der LetMeRepair GmbH und kümmert sich vertraglich bedingt um alle Samsung Smartphones aus dem Umfeld. Natürlich werden vor Ort auch Smartphones von anderen Herstellern repariert, der absolute Großteil ist aber von Samsung. Monatlich werden alleine hier 20.000 Smartphones repariert.

Aufgeteilt ist das Center in acht Sektoren. Der Wareneingang, Zubehörcheck, Level 1, 2, 3 und 4 Reparaturen, ein abschließender Qualitätscheck und der Warenausgang. Der Wareneingang erklärt sich weitestgehend von selbst, hier wird aber auch sofort gecheckt ob die Geräte überhaupt übernommen werden. Aufgeteilt werden die Geräte hier in ‚Ok‘ (also als Zulassung für die Reparatur), ‚Nein‘ (wurde schon mal abgelehnt ; sonstige Gründe) und ‚Dringend‘ – letzteres ist den Geräten vorbehalten die aufgrund desselben Fehlers schon mehrfach in Kleinmachnow gelandet sind.

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Je nach Fehlerbeschreibung ist der erste und letzte Halt der Zubehörcheck. Hier werden hauptsächlich Ladekabel und Akkus auf ihre Funktion getestet. So weit ich mich erinnere wird hier aber nichts repariert. Sollte Zubehör kaputt sein, wird es ersetzt und fertig ist die Prozedur. Deswegen gibt es hier nicht viel zu beschreiben.

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Geht es um einen Fehler im Gerät selbst geht es zur Level 1 Reparatur. In der ersten Anlaufstelle werden nur geringe Arbeiten geleistet. Man checkt quasi, wo es denn genau Probleme gibt. Danach entscheidet man sich entweder für eine weiterführende Reparatur (Softwareupdates werden hier direkt vollzogen) oder sendet die Geräte mit der Meldung NFF (no faillure found) oder NDF (no defect found) zurück.

Auf Level 2 geht es dann um gröbere Reparaturen. Hier werden etwas Displays, die Schutzgläser, Kameras oder Flexkabel ausgetauscht bzw. repariert. Auf den einzelnen Levels gibt es übrigens immer einzelne Tische für die Flaggschiffe und dann noch welche für die ’sonstigen‘. Zum öffnen eines Galaxy S6 benutzt man hier übrigens keine Heißluftföhne, Saugnäpfe oder einfache Schraubendreher – sondern Alkohol, angepasste Formen und elektrische Schraubendreher mit festem Drehmoment das monatlich nachjustiert wird. Drehmoment, Passformen und sonstiges sind übrigens bei jedem Smartphone anders und werden LetMeRepair exklusiv von Samsung gestellt.

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Auf Level 3 und 4 geht es dann um Reparaturen auf noch kleinerem Niveau. Heißt: Auch SOC, RAM oder Modem werden zur Not noch einzeln ausgelötet und ersetzt. Ja ihr lest richtig. Obwohl es sehr unwirtschaftlich und überproportional kompliziert kling lässt Samsung selbst kleinste Sachen wie einen USB Port auslöten statt größere Teile zu ersetzen.

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Im Testabteil werden die Geräte dann schon mal getestet. Abgeschottene Boxen zum Testen der Mobilfunkfrequenzen, Empfangsstärke etc. Jede einzelne Box kostet hier übrigens mehrere 10-tausende Euro. Eine Box zum testen der LTE Fähigkeit kostet übrigens (ich glaube zumindest mich richtig erinnern zu können) gut 70.000 Euro. Davon hatte man aber auch nur eine vor Ort 😉

Natürlich muss man aber auch so Geräte wie das Galaxy S5/mini auf die IP-Zertifizierung hin testen. Dafür wirft man das Gerät natürlich nicht in einen Pott Wasser und hofft, dass das Gerät überlebt. Man spannt das Gerät stattdessen in einem Kasten in eine Vorrichtung ein. Der Kasten wird dann luftdicht verschlossen und nach und nach wird die Luft entsogen. Wenn das Gerät dann nicht dicht ist, dehnt sich der Akku minimal aus, dementsprechend wird dann auch der Akkudeckel nach außen gedrückt. Und genau diese Bewegung wird von einem Fühler an der Außenseite des Smartphones gemessen.

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Sprich: Registriert der Fühler eine Bewegung, hat sich der Akku ausgedehnt und das Smartphone ist nicht dicht. Wenn sich nichts bewegt, ist das Gerät auch gegenüber Staub und Wasser resistent. Auch dieses Testmodul kostet mal wieder mehrer 10-tausende Euro. Bisher wissen wir also, dass eine Reparatur anders abläuft als man denkt, viel genauer und außerdem viel teurer ist als beim An- und Verkauf um die Ecke.

Somit landen wir dann auch schon im abschließenden Quality Check. Mit dem GSM-Code *#0*# öffnet man bei quasi allen Android Smartphones ein Funktionen Menü. Die hier gezeigten Buttons repräsentieren jeweils eine Funktion – im Quality Check wird jede einzelne durchgearbeitet und die entsprechende Hardware getestet.

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Zum Ende dann noch ein paar weitere Fotos aus der Werkstatt die uns Samsung zur Verfügung gestellt hat. Bei AllroundPC hat der ebenfalls vor Ort gewesene Kollege Marcel auch noch ein paar Worte zu anderen Punkten der Tour niedergeschrieben (fabulöses Selfie inklusive).

Danke an Samsung für die unverbindliche Einladung nach Berlin! Der Artikel ist aus freien Stücken entstanden und dient keinerlei Werbezwecken.

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