DBüdT: Huawei P9 lite – was bietet Huaweis Mittelklasse?

DBüdT – Der Blick über den Tellerrand. Seit eh und je bietet Samsung neben den teuren High-End Flaggschiffen der Galaxy S und Galaxy Note Serie auch allerhand Smartphones an die man dem mittleren Segment zuordnen kann. Gefühlt ist aber gerade dieses Feld seit etwa 2 Jahren sehr stark umkämpft. Nicht ohne Grund ist eben dieses quasi übersättigt. Neben „bekannten“ Namen wie LG, Motorola und Samsung ist mittlerweile auch ein anderer Name in Europa groß geworden: Huawei.

HuaweiP9lite8Der aus Shenzen stammende Hersteller hatte alleine schon wegen der Herkunft keinen einfachen Start. Gerade dieser Teil Chinas ist quasi überfüllt mit „China-Herstellern“ aus der Mobilfunkbranche. Doch trotzdem hat man es bis nach Europa geschafft – warum? Wahrscheinlich liegt das an dem Hauptgeschäft von Huawei (korrekt „Uauai“ ausgesprochen): Telekommunikationsausstatter, nicht Smartphones. Weltweit sogar einer der großen.

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Das Huawei P8 lite

Wirklich bekannt wurde man hierzulande aber wohl erst mit dem besagten Budget-Bereich. Alleine das P8 lite, mit einem Preis von aktuell deutlich unter 200 Euro, konnte weitaus öfter als 10 Millionen mal verkauft werden. Der Grund dafür war/ist wohl das unfassbar gute Preis/Leistungsverhältnis. Dieses Jahr wurde es dann Zeit für ein Update: Das Huawei P9 lite. Kaum auf dem Markt haben wir es im Rahmen der #1und1HWL schon in die Finger gedrückt bekommen.

Mit einem Startpreis von 299 Euro liegt man zwar deutlich über dem des P8 lite, aber satte 250 Euro unter dem normalen Huawei P9 – bzw. 450 Euro unter dem des Huawei P9 Plus. Was man für den in Zukunft wohl noch ordentliche sinkenden Preis geboten bekommt möchte ich in diesem kleinen Test aufzeigen.

Die Spezifikationen

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Kurz und knapp fasst das obere Bild schon mal die Keyfacts zusammen. Eine Besonderheit von Huawei hat man dieses Jahr auch von den großen Flaggschiffen in die kleinen Budget-Geräte implementiert: Unterschiedliche RAM Größen. Je nachdem ob man die 16 GB oder 32 GB Variante nimmt erhält man entweder 2 GB RAM oder 3 GB RAM dazu. Alle anderen Teile bleiben unbeeinflusst. Falls ihr Daten zur Kamera vermisst: Kommt noch.

Side-by-Side mit einem P8 lite

Side-by-Side mit einem optisch sehr ähnlichem P8 lite

Natürlich ist ein von Huawei hergestellter Kirin 650 kein Snapdragon 810 oder ähnliches. Besonders angesichts der Tatsache, dass es sich hier um ein Lite-Smartphone handelt sagt ja schon, dass man kein High-End zu erwarten hat. Trotzdem ist der SoC absolut ausreichend für alles was man machen möchte. Selbst Spiele (getestet mit Vainglory) die durchaus auch mal etwas aufwändiger sind, packt das Gerät ohne zu zucken.

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Die Kamera

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Gerade das Thema Kamera ist bei dem P9 lite ein wichtiges Thema. Als Erbe des großen P9 muss man einen Ruf halten. Das normale P9 wirbt nämlich groß mit zwei Fotosensoren die vom namenhaften Hersteller Leica gebaut wurden. Da man bei Budget-Smartphones aber irgendwo sparen muss ist der zweite Sensor weggefallen. Der Name „Leica“ auch. Stattdessen findet nun „Sony“ hier platz.

Viel wichtiger als der eigentliche Sensor ist – meiner Meinung nach – ein Modus zur manuellen Justierung der Einstellungen. Dazu gehört in erster Reihe die Belichtungszeit, ein Weißabgleich und eine ISO-Tabelle. Als nächstes wäre dann ein EV Wert, eine Blendenöffnung und ein manueller Fokus. Die Anzahl der Megapixel ist absolut unwichtig. Da wir hier aber von einem Smartphone statt einer großen Kamera reden, müssen wir hier und da auf ein paar Sachen verzichten.

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Bis auf eine manuelle Blendenöffnung und manuelle Fokussierung hat das Huawei P9 Lite alles an Bord. Als Beispiel für die Unterschiede zwischen einem Foto das mit dem Automatisch-Modus und dem manuell beeinflussten Pro-Modus aufgenommen wurde habe ich unten drei Bilder eingefügt. Links ist das Original, die beiden anderen Fotos sind jeweils leicht beeinflusst worden. In diesem Beispiel ging es mir darum die Farben etwas realer wirken zu lassen (Weißabgleich) und allgemein die Helligkeit etwas zu reduzieren (EV bzw. Belichtungszeit).

Kleiner Hinweis: Die Fotos wurden mit einer Auflösung von „nur“ 10 Megapixel statt der maximal möglichen 13 Megapixel aufgenommen. Grund dafür ist, dass das Huawei P9 lite die vollen 13 Megapixel nur ausschöpfen kann wenn man im 4:3 Format fotografiert. Im 16:9 Format sind maximal 10 Megapixel möglich.

Die Frontkamera

Schon seit geraumer Zeit ist quasi jedes Smartphone mit einer Frontkamera ausgestattet. Nachdem man vor etwa 2 1/2 Jahren einen riesen Kampf der PR-Sprüche rund um das Thema Hauptkamera erlebt hat haben sich die Hersteller nun schon länger in Richtung Frontkamera gerichtet. Beispiele dafür sind etwa das HTC Desire EYE, Sony Xperia X A oder das komplette Huawei Lineup. In jedem Gerät von Huawei kommt nämlich ein, wohl eher an den asiatischen Raum adressierten, Haufen Beauty-Filter zum Einsatz.

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Aber auch ohne das ganze gezaubere auf der Seite der Software kommen brauchbare (sofern man Selfies allgemein gebrauchen kann) bzw. scharfe Fotos rum . Einen Pro Modus gibt es für die 8 MP Kamera auf der Vorderseite natürlich nicht. Trotzdem lassen sich die ISO und der Weißabgleich auch hier einstellen.

bdr

Mein Friseur war offenbar betrunken. Oder ich. Anders kann ich mir den Unfall auf meinem Kopf nicht erklären.

Die Frage: Preis/Leistung

Ein voll funktionsfähiges Smartphone mit gutem, wenn auch etwas dunklen, Display und einer super Kamera für 300 Euro ist super. Aber warum das „halb-Fremden“ Smartphone aus China nehmen wenn man in diesem Preissegment auch tolle Geräte von Samsung geboten bekommt? Der Ideale Partner für einen Vergleich ist hier das Galaxy A5 2016. Beide Geräte kosten etwa 300 Euro und bieten ein 5,2″ FullHD Display. Zum Vergleich soll eine Tabelle helfen:

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BtS = Body-to-Screen. Wie viel Prozent der Front nimmt das Display ein

Vergleicht man alleine das Datenblatt ist man mit dem Huawei P9 Lite besser beraten, vor allem weil der Preis des Huawei von Anfang an schon etwas geringer ist. Trotzdem muss man aber auch auf ein paar Sachen verzichten die auf keinem Datenblatt stehen: Optik.

So hat man beim Samsung Galaxy A5 2016 nämlich einen großen Vorteil in diese Richtung: Glas. Vorne und hinten ist alles aus Glas, der Rahmen besteht aus Aluminium. Das Huawei kann zwar auch mit einem Alurahmen kontern, muss beim Thema Rückseite aber einstecken. Hier ist nämlich ausschließlich Plastik verbaut. Optisch zwar weniger schön, auf der praktischen Seite aber einfach besser. Zudem gibt es noch einen kleinen Unterschied beim Fingerabdruckscanner.

Beim A5 2015 befindet sich dieser nämlich auf der Front, integriert im Homebutton. Zudem muss man, um das Gerät damit zu entsperren, erst mal das Gerät aufwecken. Beim Huawei P9 lite liegt der Scanner auf der Rückseite, dort wo man den Zeigefinger in der Regel ablegt. Der große Vorteil: Sobald ein eingespeicherter Finger diesen berührt, ist das Gerät sofort aufgeweckt und auch entsperrt.

Fazit

Grob gesagt kann man sagen, dass es wie immer auf den eigenen Geschmack ankommt. Man muss überlegen ob einem der Name „Samsung“ und/oder das Glas den Aufpreis von aktuell etwa 25 Euro wert ist. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich wohl das Huawei wählen würde – dem AMOLED Screen würde ich aber definitiv nachweinen. Alleine dieser ist wohl schon den Aufpreis von 25 Euro wert. Bei der Anschaffung eines Mittelklasse-Smartphones geht es aber meistens eher um das Preis/Leistungsverhältnis – und ein AMOLED kann nicht mehr als ein IPS LCD, ist halt nur schöner.

Die große Masse wird beim Thema „Samsung oder Huawei“ wohl eher zum Samsung greifen weil man da schon viel von gehört hat. Das wäre in diesem Fall definitiv kein Fehler, wer aber möglichst wenig ausgeben möchte kann sich auch ohne Probleme bei Huawei bedienen.

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DBüdT: Der Blick über den Tellerrand, unsere Rubrik für den Blick auf andere Hersteller, damit man keinen Tunnelblick bekommt und auch andere gute Technik testen kann.

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