Samsung C24FG70 im Test: Lohnt die kleine Gamer-Kurve?

Auf der Gamescom 2016 hat Samsung mit dem C24FG70 einen neuen Monitor vorgestellt. Die Gamescom wählt man nicht ohne Grund: mit einer Reaktionszeit von 1ms, einem Wölbungsradius von 1800R und 144Hz richtet sich das Gerät an Gamer.

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Dank Battlefield 1 zocke ich wieder etwas mehr, Gelegenheit also, den Samsung C24FG70 zu testen.

Der Standfuß ist nicht im Karton anzuschrauben, also auf den Schreibtisch gehoben mit dem Styropor-Inlay, den Fuß angeschraubt und an den Strom gehangen. Das Stromkabel ist dabei erfreulich kompakt, besser als das übliche dicke schwarze Kabel bei anderen Modellen.

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Dann richtig auf den Schreibtisch gestellt und erstmal geflucht: Mein Schreibtisch ist mit 60 Zentimetern leider nicht sehr tief, der Standfuß des CFG70 dagegen sehr – damit steht das Gerät deutlich weiter von der Wand entfernt als mein ASUS PB287Q. Schade.

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Immerhin kann man auf die Rückseite des Standfußes die Kabel packen. Der Arm sieht dabei flexibler aus als er ist: In Sachen Höhe hatte ich mehr erwartet. Der Monitor selber ist aber perfekt in Sachen Winkel einzustellen und verfügt auch über einen Pivot-Modus.

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Beim ersten Einschalten des Monitors war ich verwundert: Die Kurve sieht man, die Blinkwinkel sind dabei aber sehr stabil – deutlich über dem, was ich bei einem TN-Panel erwartet hätte. Allerdings hatte ich auch ein TN-Panel erwartet: 144Hz und 1ms Reaktionszeit sind in der Regel eher bei einem TN-Panel zu finden. Samsung nutzt aber ein VA-Panel, bessere Blickwinkel (178°), ein hoher Kontrast von 3000:1 und satte Farben sind die Folge. Sehr gut.

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Das Panel hat Samsung mit 1800R gebogen. Will heißen, dass man mit vielen Monitoren einen Kreis mit einem Radius von 1,8m bauen könnte. Außerdem setzt Samsung auf Quantum Dots, eine zusätzliche Schicht, welche für besonders leuchtende und klare Farben sorgen soll. So werden laut Samsung 125 Prozent des Adobe sRGB-Farbraums erreicht. Herausragend.

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Was mir extrem gut bei der Einrichtung gefiel: Das Menü des Monitors sieht toll aus. Nutzt man nicht häufig, aber wenn einen dann 90er-Jahre-Charme anlacht, hat man häufig keine Lust mehr auf das Gerät. Beim Samsung C24FG70 ist dagegen alles bestens.

Jetzt kommen die „Aber“: FullHD. Ich hatte den Monitor auf der Gamescom nur kurz gesehen, vor ein paar Tagen aber bei Marcel von Allround-PC nochmal kurz die Chance und fand das Ding dufte. 1920*1080 Pixel? Kein Problem, man hat ja eh nur 24 Zoll. Dachte ich. Vielleicht habe ich am Schreibtisch keinen gesunden Sitzabstand zum Monitor, oder aber meine Augen sind von meinem 4k-Monitor verwöhnt: ICH SEHE PIXEL. Die Auflösung reicht mir nicht. Schaut euch dazu gleich das Video an.cfg70_7

Überhaupt: Mir reicht auch nicht die Größe. Ich arbeite viel am PC und brauche viel Platz dabei. Optimal wäre vermutlich ein 21:9-Monitor mit 34 Zoll. Jedenfalls kein 16:9-Monitor mit 24 Zoll.

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Dazu kommt die „Curve“. Ja, sie ist vorhanden. Und sogar bei einem so kleinen Monitor sichtbar. Aber im Alltag ist sie absolut nicht relevant für mich. Bei einem großen Monitor will ich die Kurve, bei einem kleinen Monitor ist sie mir schlicht egal und gerade beim Zocken nicht zu sehen.

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Apropos Zocken: Ich zocke auf einem MSI GS30 S2 mit vollwertiger GTX980 4G. Bei Battlefield 1 bekomme ich selten über 100fps stabil hin bei FHD und mittleren Einstellungen. Die 144Hz brauche ich also nicht. Klar, das ist mein Problem, aber wenn ich eine stärkere Grafikkarte nutzen würde (eine 1070/1080 wäre sicher ein Traum, kämen aber auch nicht mit dem AMD FreeSync des C24FG70 klar, eine GSync-Alternative fehlt leider), würde ich doch nicht die Pracht eines solchen Spiels mit einem kleinen Monitor verschandeln. Dann will ich 27, 28 Zoll und mehr und dann in das Spiel gezogen werden!

Videolink

Fazit: Die Farben sind gut, die Kurve relativ überflüssig bei der Größe, die Blickwinkel sind gut, FreeSync mir egal. 144Hz sind mir ebenfalls nicht wichtig. Ist der C24FG70 damit schlecht? Nö. Nur ich bin nur nicht die richtige Zielgruppe für so einen Monitor. Wer 439 Euro dafür auf den Tisch legt, muss schon sehr genau wissen, wofür er das macht. Das Gerät richtet sich an Gamer. Kein großes Display um nicht abgelenkt zu werden, 144Hz, damit alles perfekt flutscht und dabei noch die Kurve um doch ins Spiel zu kommen. Vielleicht bin ich einfach nicht Pro-Gamer genug, aber ich würde mir für den doch stolzen Preis doch lieber einen größeren Monitor holen, auf dem ich eben auch Bild- und Videobearbeitung gut darstellen kann und dann vielleicht mit WQHD und 60fps daddeln.

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