Spigen-Cover für das Galaxy S8 ausprobiert

Für Testgeräte nutze ich in der Regel Sleeves von FitBag, einfach da dort das Gerät in der Tasche geschützt ist, ich aber schnell Fotos von dem – dank Microfaser-Innenfutter sauberen – Smartphones machen kann. Allerdings ist das Smartphone so bei der Nutzung selber auch ungeschützt, wer auf Nummer sicher gehen möchte, schaut sich also nach Covern um.

Besonders, da schon beim Galaxy S7 edge ein neues Display schnell über 250 Euro gekostet hat – beim Galaxy S8 wird es sicher nicht günstiger werden. Während ich beim S7 edge Samsungs Lens-Cover praktisch fand, fehlt eben dieses für das Galaxy S8. Also musste ein anderes Cover her. 

Bei Schutzhüllen und Covern bin ich kritisch, das Design von Smartphones wird über Monate entwickelt und dann Kunststoff für wenige Euro an ein Galaxy S8, welches auch nach 800 Euro aussieht, zu packen, nimmt dem ganzen häufig eben das Design. Spigen ist allerdings schon seit längeren eine bekannte Größe bei Covern, aus dem Grund habe ich den südkoreanischen Hersteller angeschrieben und auch prompt einige Testmuster von verschiedenen Covern für das Galaxy S8 bekommen. Disclosure: Im Artikel dazu habe ich Amazon-Partnerlinks integriert, die Preise ändern sich damit nicht, ich bekomme aber eine kleine Provision von Amazon.

Spigen Liquid Crystal

TPU ist so eine Sache, der weiche, silikonartige Kunststoff fühlt sich natürlich nicht so hochwertig an wie die Glas-Metall-Kombination des Galaxy S8, ist aber griffiger. Im Fall des Liquid Crystal sieht es allerdings durchaus gelungen aus. Ein kleines Brillenreinigungstuch liegt bei um die Rückseite des S8 und falls nötig die Innenseite des Liquid Crystal Case zu reinigen. Danach sorgen winzige Noppen zwischen Cover und Rückseite dafür, dass Cover und Glas nicht aneinander kleben. In den Ecken setzt Spigen zudem auf eine „Air Cushion Technology“ – was nichts anderes heißt, als dass es kleine Hohlräume in den Ecken gibt, welche bei einem Sturz dann ein schützendes Luftpolster bilden und so das S8 vor Schäden schützen sollen. Die Edge wird etwa halb abgedeckt, am oberen und unteren Ende steht das Case leicht über und schützt so das Display. Zwei Kritikpunkte gibt es: zwischen Fingerabdrucksensor und Kamera hätte ich mir eine Trennung gewünscht, sodass man nicht mehr mit den Fingern die Linse vollschmiert – durch das Case ist der Fingerprint-Scanner deutlich einfacher zu ertasten, aber mit Wurst- dicken Fingern tatscht man eben dabei doch auf die Kamera. Außerdem würde ich mir freiliegende Power-, Bixby- und Volume-Buttons wünschen, es kann aber sein, dass dies bei TPU nicht so einfach möglich ist.

Liquid Crystal für das Galaxy S8
Liquid Crystal für das Galaxy S8+

Spigen Liquid Air

Auch wieder TPU, aber schwarz und mit einem Muster auf der Rückseite ist das Liquid Air ein schlichtes Case, welches das Design durchaus erhält. TPU liefert auch hier wieder Luftpolster in den Ecken, dazu gibt es auf der Innenseite ein Design welches an ein Spinnennetz erinnert – ob das auch irgendwie Luftpolster ermöglicht…fraglich. Wie auch beim Liquid Crystal (und allen anderen Covern von Spigen) passen die Anschlüsse perfekt und auch dickere Ladekabel können genutzt werden. Wie bei den anderen Cases sorgt ein leichter Überstand an Ober- und Unterseite dafür, dass das Galaxy S8 nicht auf das Display sondern eben auf das Case gelegt wird.

Liquid Air für das Galaxy S8
Liquid Air für das Galaxy S8+

Spigen Neo Hybrid

Auf Fotos sieht es gut aus, in der Praxis auch – allerdings trägt es dann doch etwas auf und macht das schlanke Galaxy S8… weniger schlank. Hybrid deutet es schon an: zwei Materialien schützen hier das Smartphone. Ein TPU-Case ähnlich dem Liquid Air und dazu ein Hartplastikrahmen. Das TPU-Case kommt ohne Air Cushion, soll aber dennoch Stöße mindern. Der Plastikrahmen wiederum schützt die Ecken nochmals stärker und sieht dabei auch durchaus schick aus. Für meinen Geschmack trägt es aber etwas zu sehr auf.

Neo Hybrid für das Galaxy S8
Neo Hybrid für das Galaxy S8+

Spigen Rugged Armor

Klingt robust und sieht auf Fotos sogar nach Kohlefaser aus – in der Praxis ist es ein TPU-Case (mir Air Cushion), welches auf der Rückseite auf zwei Flächen den Kohlefaser-Look hat, bei dem Preis aber wohl kaum aus Kohlefaser bestehen kann 😉 aber hey, es sieht gut aus, ist allerdings etwas weniger griffig als das Liquid Air oder auch Liquid Crystal TPU-Cover.

Rugged Armor für das Galaxy S8
Rugged Armor für das Galaxy S8+

Spigen Tough Armor

Wer es richtig robust braucht, kann zum MIL-STD 810G zertifizierten Tough Armor greifen. Schlank ist dort nichts mehr, dafür gibt es zwei Materialien und einen kleinen Standfuß. Das Case besteht aus einem TPU-Case (mit Air Cushion) und darüber einer Hartplastik-Schale auf der Rückseite. Das macht einen sehr robusten Eindruck und passt eigentlich so gar nicht zum schlanken Galaxy S8. Dafür wird es so richtig robust und hat einen praktischen Standfuß, wenn man etwa Filme schauen möchte. Nachteile: dick und ich finde die Buttons nicht wirklich gut zu ertasten (außer den Bixby-Button, der ist geriffelt, damit man den nutzlosen Button ja nicht versehentlich drückt 😉 ).

Tough Armor für das Galaxy S8
Tough Armor für das Galaxy S8+

Spigen Thin Fit

Das Case auf das ich am meisten gespannt war: Das Thin Fit. Der Name sagt es schon – möglichst schlank soll hier alles sein. Das klang für mich am meisten nach einem Case bei dem das Design nicht groß zulegt und das S8 somit schlank bleibt. Zu dem Zweck setzt das Thin Fit auf Hartplastik und nicht TPU und kommt daher auch ohne Air Cushion in den Ecken daher. Wer mag kann in das Case eine Metallplatte kleben für einen Magnethalter von Spigen, ansonsten ist das Case sehr minimal gehalten. In der schwarzen Ausführung ist die Rückseite leicht gummiert (in den anderen Farben wohl nicht) und bietet einen guten Grip, dazu sitzt das Case bombenfest am Galaxy S8 (und ist fast etwas schwer zu lösen). Als einziges von mir getestetes Case hat es Aussparungen für die Tasten. Eine große Aussparung für Lautstärke- und Bixby-Taste sorgt für eine freigelegtere Edge als dies bei den anderen Hüllen der Fall war. Die Edge kann ohnehin nicht ganz geschützt werden, aber auch hier sorgt ein kleiner Überstand an Ober- und Unterkante dafür, dass das S8 nicht auf das Display sondern eben auf das Thin Fit Case gelegt wird. Die Schlitze an den Ecken könnten für eine verbesserte Kraftverteilung bei einem Sturz auf die Kante sorgen, herstellungsbedingt nötig sein, das Design schlanker gestalten oder aber nötig sein, um das S8 in und auch wieder aus dem Case zu bekommen – mich haben sie jedenfalls nicht gestört. Einziger Kritikpunkt daher: Ein Steg zwischen Fingerprint-Scanner und Kamera wie er bei Samsungs offiziellen Cases vorhanden ist, würde die Kamera vielleicht vor Fingerabdrücken schützen.

Spigen Thin Fit für das Galaxy S8
Spigen Thin Fit für das Galaxy S8+

Fazit zu den Spigen-Covern

Die Cover haben alle den Vorteil, dass der Fingerprint-Scanner besser zu ertasten ist. Eine Trennung zur Kamera fehlt allerdings leider. Ansonsten machen sie alle den Eindruck als schützen sie vernünftig – richtig testen konnte ich es nicht, ich darf die Testgeräte die nun wieder zurückgeschickt werden nicht beschädigen. Sollte ich mir das Galaxy S8+ zulegen, würde ich wohl doch nicht zum FitBag greifen, sondern zum Thin Fit Case. Das fühlt sich echt gut an und erhält relativ viel vom schlanken Design des S8 und S8+ aber auch für andere Geschmäcker gibt es die passenden Hüllen. Hier das Video zum Test:

Videolink