Angeblich 10-15 Prozent niedrigere TV-Produktion bei Samsung

Die TV-Branche hat derzeit mehrere Probleme: Smartphones und der Second Screen werden wichtiger, TV-Inhalte schlechter, aber es ist nicht alles schlecht – Streaming, 4k-Blu-Ray und Co bieten gleichzeitig immer hochwertigere Inhalte und das auf immer besseren TV-Geräten.

Tatsächlich liegt hier aber ein weiteres Problem: nach dem Spruch über HDready und FullHD auf 4k sind die Nutzer eine verhältnismäßig schnelle Entwicklung gewöhnt. Bei der Technologie hatte sich allerdings lange nichts getan – bis OLED ins Spiel kam. Und hier hat Samsung nun ein ganz spezielles Problem.

Die Branche selber ist aktuell zweigeteilt: auf der einen Seite steht Samsung, auf der anderen Seite so ziemlich alle anderen. Viele Hersteller haben aktuell noch günstige LED-TVs im Portfolio, die Flaggschiffe aber setzen auf OLED. Sogar Panasonic und Sony haben jüngst den Schritt in Richtung OLED getan (mit Panels von LG). Samsung wiederum setzt als Marktführer als einziger auch bei den Flaggschiffen auf die LED-Technik. QLED ist nichts anderes, als eine verfeinerte und stark verbesserte Generation der LCD beziehungsweise LED-Technik. Die Ursache hier ist auch kein Geheimnis: Samsung kann kein OLED bei Fernsehern. Das klingt für den Marktführer bei Smartphone-OLED-Panels zwar seltsam, ist aber tatsächlich das Problem. 2012 hatte Samsung noch vollmundig OLED-Fernseher angekündigt, diese Geräte allerdings aufgrund von Problemen bei der Herstellung und Haltbarkeit schnell wieder im Sande verlaufen lassen. LG wiederum setzt auf eine andere Subpixel-Matrix (RGBW) um hellere OLED-Displays zu ermöglichen und zudem hat man diverse Patente, welche eine effiziente Herstellung der Panels erlauben. Samsung hat hier bisher bei großen Panels klar das Nachsehen und bietet folglich keine OLED-TVs mehr an. Dazu kommt, dass die von Samsung zeitweise stark forcierte 3D-Technik vom Markt verschwunden ist und auch die von Samsung angepriesenen Curved-Fernseher im Jahr 2017 nur noch bedingt populär scheinen.

Als mögliche Folge gibt es aktuell die Meldung, dass Samsung seine TV-Produktion herunterschraubt. Statt erwarteten 48-49 Millionen TV-Geräten ist nunmehr die Rede von 44 Millionen Geräten, wobei teilweise sogar von 42 Millionen Geräten ausgegangen wird. Gleichzeitig wird als Ursache auch genannt, dass Samsung die Margen der Geräte erhalten möchte und sich auf das Premium-Segment konzentriert, was ebenfalls einen Rückgang der Produktion erklären könnte. So oder so: Die OLED-Konkurrenz macht Samsung gerade mächtig Druck. Als Heilsbringer wird gerne die nächste Generation von LCD gesehen: QD LCD mit tatsächlich selbstemitierenden Pixeln, was eine komplizierte und fehleranfällige Hintergrundbeleuchtung bei LED-TVs wegfallen lassen soll. Die Forschung hier scheint aber noch nicht abgeschlossen und die große Frage ist, ob Samsung hier schnell genug QD LCD auf den Markt bringen kann oder bis dahin der Druck von OLED auf ein ungesundes Maß gewachsen ist.

via Advanced Television und FlatpanelsHD