Huawei-Bann: Samsung könnte profitieren

In den letzten Wochen gab es in der Technik-Bubble ein dominantes Thema, das jeder mitbekommen hat, der nicht die letzten Wochen unter einem Stein wohnte. Die US-Regierung hat verschiedene Sanktionen gegen den Hersteller Huawei gerichtet, die am Ende einer 90-Tage-Fristverlängerung am 19. August in Kraft treten werden.

Das Ganze ist eine Eskalation im US-China-Handelsstreit. Durch diese Sanktionen ist es Huawei nicht mehr möglich auf Komponenten oder Lizenzen von US Firmen wie Google, Microsoft oder ARM zurückzugreifen. Smartphones, die bis zum 15. Mai vorgestellt wurden, haben theoretisch keine Probleme zu erwarten (außer gegebenenfalls leicht langsamere Updates), aber für neue Smartphones Huawei sieht es düster aus: ohne Android wird es Huawei sehr schwer haben.

Analysten von Canalys erwarten, dass durch diese Beschränkungen andere große Hersteller, wie Samsung, zumindest kurzfristig daraus profitieren werden.

Samsung wird der große Gewinner sein – dank seiner aggressiven Gerätestrategie und seiner Fähigkeit, die Produktion schnell zu steigern. Es wird bis Ende 2019 dauern, bis andere Anbieter auf die neuen Gegebenheiten reagieren. Samsungs Einfluss über die Komponentenversorgung gibt dem Unternehmen hier einen großen Vorteil.


Rushabh Doshi, Research Director bei Canalys

Laut den Marktforschern wird dieses Jahr ein Rückgang der Smartphone-Verkaufszahlen um 3,1% auf 1,35 Milliarden Geräte erwartet. Das Marktwachstum soll jedoch dennoch durch höhere Durchschnittspreise um 3,4% ansteigen, da Kunden besonders neue Technologie, wie 5G-fähige Geräte nutzen möchten. Noch zu Beginn des Jahres hatte Huawei gesagt, dass sie bis Ende 2019 Marktführer der Smartphone-Branche werden, dieses Ziel scheint durch die Beschränkungen jedoch nun unwahrscheinlich und verhindert, dass sich das Unternehmen so entwickeln könne wie eigentlich geplant. Analysten darf man allerdings nur mit einer gehörigen Portion Skepsis hinnehmen, häufig lagen sie daneben, häufig sah es eher danach aus, als ob man für die Aktienkurse der Investoren und nicht tatsächlich als Vorhersage schrieb.

Via. Golem.de

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