Die Samsung Galaxy Buds ausprobiert

Jahrelang war ich bei Kopfhörern sehr wählerisch und habe zuletzt auf die Sennheiser Momentum Wireless gesetzt, da sie für meinen Hörgeschmack ganz gut passten. Das Problem: was tun, wenn nicht im Einsatz?

Mit den Kopfhörern um den Hals rumzulaufen habe ich mir abgewöhnt (ich bin kein DJ), nach langer Nutzung hinterlässt das Leder auch gerne Flecken auf Papier, also auch nicht in die Tasche zu den Akten und immer ein Case mitschleppen ist auch eher unpraktisch.

Dennoch habe ich lange die Sennheiser Momentum Wireless genutzt. Im Mai habe ich mich allerdings das erste Mal im Leben in einem Fitnessstudio angemeldet, um Abends wenigstens ein paar Minuten Ablenkung von der Examensvorbereitung zu haben. Für das Fitti sind die Momentum Wireless noch weniger eine Option. Zwar finden sich ab und zu Menschen die Over-Ears beim Sport tragen, aber ich muss mir das nur anschauen und schwitze an den Lauschern – mal abgesehen davon sind die Dinger zu schwer und rutschen je nach Übung rum. Also habe ich mir fast zeitgleich die Samsung Galaxy Buds günstig auf eBay Kleinanzeigen geschossen. Leider in der Farbe weiß, irgendwie nicht daran gedacht, dass mir das auf Dauer nicht gefallen könnte, aber sei es drum.

Ziemlich zügig haben die Galaxy Buds mich dann aber dauerhaft begleitet: Uni, Unterwegs und eben im Fitti. Denn das kleine Case ist nie störend (außer optisch, das übergroße Tic-Tac ist nicht wirklich schön) und immer dabei. Die Kopfhörer selber sind klein und dennoch über eine (winzige) Touch-Fläche bedienbar. Zumindest wenn man es hin bekommt, mit kleinen Wurstfingern braucht es etwas Übung, die Fläche überhaupt zu treffen, es hilft, wenn man sich mit einem Finger am Wangenknochen orientiert anfangs. Irgendwann trifft man die Fläche fast immer.

Im Case sitzt ein Akku, der die Buds in etwas zwei Mal aufladen kann. Die Buds selber halten bei mir fünf bis sechs Stunden pro Ladung. Ein interner Speicher fehlt, autonom kann ich also keine Musik hören. Meine alte Samsung Gear S2 Classic ist beim Akku zu schwach, als dass sich das noch lohnt, also wird Musik meistens vom Smartphone aus gestreamt. Die Vorgänger hatten noch internen Speicher, waren aber auch klobiger und teurer, insofern Fluch und Segen zugleich. Die Steuerung über das Touchpad ist relativ schnell gemeistert: ein Tippen = Play/Pause, zweifaches Tippen = nächster Song/Gespräch annehmen oder beenden, dreifaches Tippen = vorheriger Song. Wer mag kann auch auf ein langes Tippen eine Aktion legen. Lauter und leiser etwa, oder Umgebungsgeräusche, bei denen über das Mic einfach der Sound draußen auch in die Buds geleitet wird, damit man nicht taub ist, falls man schnell was hören will. Nutze ich nicht, dann nehme ich die Dinger lieber kurz aus dem Ohr.

Der Sound ist sehr ordentlich für so kleine Kopfhörer – zumindest nach diversen Updates. Die brauchte es bei mir auch, da im Zusammenspiel mit dem Huawei Mate 20 Pro die Gesprächsqualität noch nicht wirklich toll war anfangs. Auf dem dynamischen Equalizer hat es so was wie Bass in Ansätzen und ansonsten einen relativ guten Sound. Klar, das kann nicht mit den Sennheiser Momentum Wireless mithalten, ist dafür aber auch nur einen Bruchteil so groß und immer dabei. Hier liegt für mich der große Mehrwert. Vielleicht schaue ich in Zukunft wieder nach den neuen Sony/Sennheiser/Bose-ANC-Kopfhörern, aber aktuell sind die Samsung Galaxy Buds meine Hauptkopfhörer geworden und damit für mich eine ziemliche Überraschung in Sachen Technik. Hier das Video zum Test:

Werbung