JBL Boombox 2: DER Ghettoblaster der 2000er Jahre? [Review]

Gegen Ende Oktober im Jahre 2018 hatten wir bereits die erste Generation der Boombox am Start und konnten sie ausführlich testen. Natürlich haben wir das in einem Video und Text festgehalten. Anfang des Jahres 2020 kündigte JBL nun die Boombox 2 an.

Seit wenigen Wochen ist die Boombox 2 dann auch endlich erhältlich. Zeit also, die zweite Generation des übergroßen Lautsprechers mit der Frage: ,,Ghetootblaster der 2000er Jahre“? ausführlich zu testen.

Schon von der ersten Generation war ich selbst sehr überrascht und quasi schock verliebt. Dies war allerdings nicht gerade schwer, da ich vorher mit der JBL Xtreme 2 meine Musik gehört habe und immer noch höre. Auch wenn es weniger Spaß macht als mit der Boombox. Der Bass und der Klang an sich waren schon bei der ersten Generation top, hatten aber hier und da etwas Verbesserungsbedarf. Lange Rede, kurzer Sinn: Hier unser Test des Ghettoblaster der 2000er Jahre.

Optik und Verarbeitung

Schon die erste Generation der Boombox war hervorragend verarbeitet, aber nicht unzerstörbar. Meine Boombox sieht mittlerweile bei weitem nicht mehr neu aus, sondern hat deutliche Gebrauchsspuren. Bei einem Einsatz im Lager jedoch nicht weiter verwunderlich. Allerdings waren die Materialien sehr gut gewählt. Und das trifft auch auf die Boombox 2 zu. Keine optischen Mängel, keine Geräusche, keine losen Teile. Alles ist perfekt verarbeitet. Im Griff hat man bei JBL noch ein rutsch hemmendes Material verarbeitet was ordentlich für Grip sorgt.

Auch die Klappe auf der Rückseite, die den Ladeanschluss, AUX-Anschluss und den Service-Anschluss schützt wirkt sogar etwas hochwertiger als bei der ersten Generation der Boombox. Das Gewicht ist zum Vorgänger um rund 700 gramm angestiegen, was man definitv schon beim auspacken merkt.

Speziell hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Umrandung um die mittigen Bedienelemente und die vertikal angeordnete LED-Leiste für den Akkustand der Boombox 2. Beides sind nur kleine Details, anhand deren man aber beide Lautsprecher auseinander halten kann und die optisch edler wirken.

Bluetooth, Anschlüsse und Akku

Anders als noch die JBL Xtreme 2 und Boombox setzt die Boombox 2 endlich auf einen besseren Bluetooth-Standard. Waren es bei den beiden oben genannten Lautsprecher noch Version 4.2 ist es nun Version 5.1, was eine bessere Reichweite und eine bessere Energieeffizienz bewirken soll. Bei den Bluetooth-Profile setzt JBL nun auf A2DP 1.3 sowie AVRCP 1.6. Bei den Anschlüssen setzt die Boombox2 nur noch auf einen USB Typ-A Anschlüsse, mit denen man sein Smartphone aufladen kann, einen microUSB Anschluss für Firmware-Updates und eben den Stromanschluss. 

Mitgeliefert wird ein Netzteil mit 24V / 4,2A, was wiederum 100,8 Watt entspricht. Dadurch soll der 10.000 mAh große Akku in rund 6,5 Stunden wieder aufgeladen werden. Entweder hat JBL sich hier auf der Website und dem beiliegenden Papierkram verdruckt oder es ist tatsächlich so. Denn die erste Boombox hatte einen 20.000 mAh Akku, den man mit einem deutlichen langsameren Netzteil auch in 6,5 Stunden aufladen konnte. Bei der Boombox 2 braucht man die gleiche Zeit. Allerdings mit einem größeren Netzteil und kleinerem Akku.

Der Akku hält laut Angaben von JBL für 24 Stunden. Jedoch kommt es wie bei all anderem auch auf das Nutzungsverhalten, sprich die Musikrichtung und die Lautstärke an. In meiner Nutzung kam ich bei einem Mix zwischen Hip Hop, Rap und Pop mit unterschiedlicher Lautstärke zusammen addiert auf etwa 20 Stunden. Dabei hatte ich die Lautstärke nie ziemlich weit von maximaler Lautstärke entfernt. Mit der ersten Generation waren es noch rund 10 Stunden Akkulaufzeit.

Klangqualität

Kommen wir zu dem Thema was euch vermutlich am meisten interessiert – die Klangqualität. Hier sticht eines besonders raus – und zwar der Bass. Der Bass war schon bei der ersten Generation sehr kraftvoll, doch bei der Boombox 2 hat JBL noch einmal einen drauf gelegt. Der Bass kommt noch stärker zum Vorschein und ist fast schon unglaublich. Dabei ist er allerdings nicht überladen. Insgesamt ist die Boombox 2 eher auf der basslastigeren Seite des Lebens. Die Höhen und Tiefen kommen dabei aber auf gar keinen Fall zu kurz.

Die Treiber setzen dabei auf eine Leistung von zwei mal 30 Watt im Akkubetrieb und zwei mal 40 Watt im Netzbetrieb. Damit sind sie jeweils rund 10 Watt stärker als bei der Boombox. Und das spürt man deutlich.Alles in allem ist der Klang der Boombox 2 deutlich besser als bei der Boombox. Man hat also alle Kritikpunkte ausgemerzt.

War dies bei der ersten Boombox noch der Fall, kommt bei der Boombox 2 alles klar und fein bei voller Lautstärke rüber, was vermutlich am JBL Signature Sound liegen wird. Für das Review habe ich mich sogar dazu überwunden Klassik und sogar Schlager zu hören. Was man nicht so alles macht… 😀

Tastenanordnung und App

Auf der Boombox findet man die Party-Boost Taste, Lautstärke leiser, den Powerbutton, einen Button zum verbinden via Bluettooth, sowie die Lautstärke lauter Taste und und den Playbutton. Der Powerbutton und die Bluetooth-Taste sind von einem leuchteten Ring angetrennt. Des Weiteren leuchten auch beide Tasten. Dies hilft vor allem bei Dunkelheit. Ist man mit der Boombox 2 verbunden, leuchtet die Powertaste nicht mehr blau, sondern weiß. Um zu sehen, dass man erfolgreich verbunden ist, leuchtet zusätzlich auch die Bluetooth-Taste.

Die App hat man im Vergleich zur ersten Boombox oder der Xtreme 2 sehr stark beschnitten. Konnte man bei der Boombox noch auswählen ob man den Playbutton zur Musikwiedergabe oder für den Sprachassistenten nutzt, ist das nun nicht mehr möglich. Ebenso das umschalten zwischen Indoor- und Outdoor Betrieb. Einen Indoor-/Outdoor Modus hat die Boombox 2 aber generell nicht mehr. Des Weiteren besitzt die Boombox 2 auch keine Freisprecheinrichtung mehr. Die Funktion hat vermutlich aber kaum jemand genutzt.

Im Grunde lässt sich die App nur noch dafür nutzen um den Lautsprecher mit mehreren anderen Boombox 2 zu verbinden, nach Software-Updates zu suchen, den Party-Boost und Stereo zu aktivieren, sowie sich die Funktionen anzusehen. Eine Verbindung der JBL Boombox 2 mit der ersten Generation der Boombox ist nicht möglich.

IPX7, Preis und Farben

Genau wie schon die Xtreme 2 oder die erste Boombox ist auch die Boombox 2 nach IPX7 geschützt. Laut Angaben von JBL hält die Boombox 2 ein kurzzeitiges Untertauschen bis zu einem Meter Tiefe problemlos aus. Dadurch lässt sich so manche Strand- oder Poolparty auch ordentlich und ausreichend beschallen. Mit dem Lautsprecher richtig schwimmen gehen, würde ich trotzdem nicht.

Die Boombox 2 ist aktuell nur in der Farbe schwarz erhältlich. Später soll es auch eine Version in camouflage geben, wie die Produktseiten bei Media Markt und Saturn offen legen. Bei JBL direkt gibt es aktuell nur die schwarze Version. Als Preis ruft JBL wie schon bei der ersten Boombox eine UVP von 499€ aus. Der Preis für die Boombox 2 ist für den gebotenen Klang und die Qualität gerechtfertigt wie ich finde.

Lieferumfang

Wenig spektakulär hingegen ist der Lieferumfang der Boombox 2. In diesem ist nämlich neben der Boombox 2 an sich (wen hat es gewundert), auch Papierkram den wohl kaum jemand liest. Mit dabei ist auch ein stärkeres Netzteil als es noch bei der ersten Boombox zu finden war. Dort waren es 80 Watt, während es bei der zweiten Generation schon 100,8 Watt (24V / 4,2A) sind. Das Netzteil ist passend zum Lautsprecher in schwarz gehalten.

Die Verpackung macht einen ordentlichen Eindruck, auf der die wichtigsten Eigenschaften der Boombox aufgedruckt sind. Außerdem ist der Lautsprecher recht ordentlich mit Schaumstoff für den Transport geschützt.

Fazit

Mit der Boombox 2 hat JBL fast alle Kritikpunkte die ich bei der ersten Boombox hatte ausgebessert und noch dazu den Klang erheblich verbessert. Jedoch ist das Gewicht von 5,25 Kg auf 5,9 Kg gestiegen, die man im direkten Vergleich auf jeden Fall merkt. Die Abmessungen sind mit 257 x 485 x 201 mm nicht wesentlich anders als bei der ersten Generation (254,5 x 495 x 195,5 mm). Handlich ist die Boombox dadurch allerdings nicht, was auch glaube ich kein Mensch erwartet bei so einem Klopper.

Meiner Meinung nach hätte man den microUSB-Anschluss allerdings durch einen USB Type-C-Anschluss ersetzen können. Da der microUSB-Port allerdings nur für Firmware-Update gebraucht wird, ist es nicht ganz so tragisch, denn die Firmware-Updates kann man auch über das Smartphone installieren. Aber dennoch: Ein USB Type-C PD (Power Delivery)-Anschluss zum Laden der Boombox und man müsste nicht die Boombox laden und die Smartphones an die Boombox anschließen, sondern könnte das gleiche Ladekabel für die Boombox und eben auch Smartphones nutzen. Die Technik dafür wäre allerdings auch verhältnismäßig teuer, insofern ist die Lösung mit einem proprietären Ladekabel zu verzeihen.

Insgesamt ist die Boombox 2 dank dem JBL Signature Sound noch einmal ein Upgrade zur ersten Generation den man wirklich hören kann. Der Bass und die Klangqualität an sich ist der Wahnsinn. Für mich ist es aktuell sehr schwierig zu widerstehen, 500€ für die Boombox 2 auszugeben. Dazu muss allerdings gesagt werden, das meine Boombox aktuell beinahe täglich 6 bis 8 Stunden Musik wiedergibt und ich dadurch etwas ,,vorgeschädigt“ bin.

Pro:

  • Bluetooth 5.1
  • geniale Klangqualität (hohe Lautstärke ohne Qualitätsverlust)
  • gute Verarbeitung
  • Boombox 2 als Powerbank nutzen (aber nur im Notfall)
  • kräftige Bässe
  • IPX7-Zertifizierung

Conta:

  • Funktionsumfang und Schnelligkeit der App
  • keine Freisprecheinrichtung (halber, negativer Punkt)
  • keine Abwärtskompatibilität des Party-Boost

Werbung