Samsung Galaxy Note II Review / Testbericht – Das 5.5 Zoll Flaggschiff unter der Lupe

Nach der Vorstellung des Samsung Galaxy Note auf der IFA 2011 waren die Reaktionen gemischt und viele haben den 5.3 Zoll Boliden belächelt. Inzwischen sind weit mehr als 10 Millionen Einheiten über die Ladentheke gegangen – der Bedarf an großen Smartphones besteht also. Auf der IFA 2012 wurde der Nachfolger vorgestellt, ob Samsung hier wieder richtig liegt …

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… sei vorweggenommen: Ja. Größenteils. Trotzdem hat das Samsung Galaxy Note II GT-N7100 die eine oder andere Schwäche.

Das Design, Verarbeitung und Lieferumfang

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Samsung hat das Note-Design beibehalten und sich allenfalls zaghaft an eine Annäherung zu der Design-Linie des Galaxy S III getraut. Es sind eher Gemeinsamkeiten mit dem Vorgänger zu finden als mit dem Galaxy S III – beispielsweise ist die Seitenlinie nahezu unverändert. Eigentlich schade, Samsung hätte mit diesem Design-Trick optisch über die Größe hinwegtäuschen können, hier hätte ich auf ein wenig mehr Mut gehofft. Ansonsten kann das Design aber überzeugen: In der grauen Version findet sich auf der Rückseite schickes gebürstetes Metall neben und unter dem Display unter einer Glasoberfläche. Die Seitenlinie kommt wieder in einer Chromeoptik daher, allerdings setzt Samsung erneut auf beschichteten Kunststoff … ebenso bei der Rückseite, hier kommt wie auch bei dem Samsung Galaxy S III Polycarbonat zum Einsatz, was nach gebürstetem Metall aussehen soll. Glänzend und fingerabdruckanfällig, kann es diesem Anspruch nicht ganz genügen. Im Vergleich zu dem Vorgänger ist die Rückseite extrem glatt und rutschig, sieht allerdings auch optisch deutlich höherwertiger aus.

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Insgesamt  ist die Verarbeitung und das Design des Samsung Galaxy Note II gut, mit dem nächsten Samsung Galaxy Note III sollte Samsung dann aber den Schritt zu höherwertigen Materialen gehen.  Insbesondere bei den Tasten muss eine höhere Qualität erreicht werden, die Lautstärkeregel-Taste an der linken Seite wackelt leicht, schade. Eine tolle Neuerung im Vergleich zu dem Vorgänger ist dafür die Benachrichtigungs-LED die Samsung bereits bei dem Galaxy S III einsetzte: Durch das Blinken bei Emails und Co. Spart man sich häufiges Aufwecken und schon damit im Ergebnis den Akku. Zum Thema Aufwecken: Erfreulich, dass Samsung weiterhin auf den Homebutton setzt – es gibt einfach keine einfachere Möglichkeit, das Gerät mit einem Finger „aufzuwecken“, leicht dünner kann er aber gerne noch werden.

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Zum Lieferumfang muss man nur wenig Worte verlieren: Typisch eine Netzteil-USB-Lösung zum Laden des Geräts, eine kurze Anleitung die dem Funktionsumfang nicht annähernd gerecht wird und dies auch gar nicht mehr versucht, außerdem die guten Kopfhörer die bereits bei dem Galaxy Note und Galaxy S III zum Einsatz kamen. Beim Laden des Galaxy Note II sollte man übrigens auch darauf achten, das originale Ladekabel und Netzteil zu nutzen: Hier kommt man auf eine Ausgangsleistung von 2A, der 3.100 mAh Akku des Samsung Galaxy Note II ist damit in etwa 1:40 Stunden geladen.

Die Ausstattung , das Display und ein paar Worte zu Größe und Gewicht

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Die Zahlen kennen viele bereits auswendig (weshalb ich diese komplett aus der Video-Review herausgelassen habe): 1.6 GHz Quad-Core Exynos 4412 SoC (mit übertakteter Mali400 GPU), 2 GB RAM, 8 MP Kamera, DC-HSPA+ mit bis zu 42Mbit/s Downstream (eine LTE-Version gibt es ebenfalls), 3.100 mAh Akku, 180 Gramm Gewicht. Beschreiben nicht annähernd, wie gut das Gerät läuft, und sind derzeit absolut High-End. Das sAMOLED-Display ist 5.5 Zoll groß und löst mit 1280×720 Pixeln aus, unter der dem Mikroskop sieht man, dass Samsung nun eine RGB-Matrix einsetzt, allerdings mit einem etwas unkonventionellen Layout, weshalb es kein “echtes” sAMOLEDplus ist.

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Ein paar Worte zu Größe und Gewicht kann man aber verlieren: 180 Gramm und dazu eine Größe von 151.1 x 80.5 x 9.4 mm sind sicherlich (noch) nicht für jeden Nutzer geeignet. Irgendwann wird sich die Smartphone-Größe wohl um die 5 Zoll bei relativ rahmenlosen Displays einpendeln, das Galaxy Note II liegt darüber und ist nicht komfortabel mit einer Hand zu bedienen. Es geht, sobald man es aber länger macht, wird es unangenehm, dazu kippelt das Gerät auf zwei Fingern und läuft damit ständig in Gefahr der Schwerkraft ausgesetzt zu werden. Trotzdem bin ich absolut überzeugt von der Größe, auch wenn ich wohl nicht nein zu einem zwei Millimeter dünnerem Gehäuse gesagt hätte. Der Wechsel zu dem ersten Galaxy Note war eine reine Gewöhnungssache, danach auf das Galaxy S III umzusteigen definitiv nicht weniger. Nun der Wechsel auf das Samsung Galaxy Note II und die ersten zwei Tage stöhnt man wegen den doch unhandlicheren Abmessungen, danach kommt einem das Galaxy S III aber nur noch „süß“ und „winzig“ vor und ich möchte derzeit nicht tauschen.

Videolink

Für Multimedia ist ein so großes Display einfach ein Traum, dazu die (ausreichende) Auflösung von 1280×720 Pixeln bei einer RGB-Matrix (keine konventionelle Anordnung und daher kein sAMOLEDplus) – optimal. Das Display ist in etwa auf einem Schärfe-Niveau mit dem des Galaxy S III und definitiv besser als das des Vorgängers, auch die Weißwerte scheinen besser.

Die Software (Ohne Kamera und S-Pen)

Derzeit kommt das Samsung Galaxy Note II mit Android 4.1.1 Jelly Bean daher. Dieses überzieht Samsung mit der eigenen TouchWiz-Oberfläche. Die habe ich früher gehasst, inzwischen ist die Oberfläche aber deutlich moderner geworden und ergänzt Android 4.1 eher dezent. Sie erhält übrigens die Vorteile von „Project Butter“ in Android 4.1, das System läuft absolut flüssig. Immer!

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TouchWiz macht auf dem Samsung Galaxy Note II inzwischen eine tolle Figur:

1. Apps tauschen miteinander die Plätze, wenn man eine App auf dem Homescreen auf eine belegte Position verschiebt.

2. Es gibt einen Ruhemodus, in welchem nur bestimmte Anrufe und Benachrichtigungen durchgelassen werden können – perfekt für Meetings oder eine ungestörte Nachruhe.

3. Android-typisch ist ein integrierter Zähler für das verbrauchte Datenvolumen, es gibt einen vereinfachten Home-Bildschirm in welchem die wichtigsten Apps direkt auf den Homescreen gezogen werden – optimal für Wechsler von einem Betriebssystem wie iOS.

4. Ebenfalls topp: Der von dem Galaxy S III bekannte Homescreen mit Wellen-Effekt und individualisierbaren Schnellzugriffs-Tasten.

5. Ein optisches Highlight ist die neue Galerie die Samsung als Option anbietet: Entweder im Stil eines Star-Wars-Film-Beginns oder aber in einer Spirale können Bilder und Videos absolut flüssig durchscrollt werden. Die Spirale basiert übrigens auf HTML5/Tizen-Code.

6. Eine Erwähnung wert, obwohl bereits von dem Galaxy S III bekannt: der S-Planer genannte Kalender. Outlook-Termine lassen sich ohne Probleme integrieren, optisch ist der Kalender auch gelungen – für ein durchaus auf den Business-Bereich abzielendes Smartphone wie das Samsung Galaxy Note II ein tolles Programm.

7. Videos können „Picture in picture“ angeschaut werden, der PopUp-Play genannte Modus kann inzwischen mit einem Zweifinger-Zoom vergrößert oder verkleinert werden und mit einem Klick angehalten, mit einem zweiten geschlossen werden.

8. Das Multi-Window Feature macht bei einem 5.5 Zoll Display definitiv Sinn: In einem Fenster Facebook oder den Browser, in dem anderen Fenster S Note um sich schnell etwas zu notieren – sinnvoll!

  Videolink

Kamera und S-Pen

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Zwei Funktionen des Samsung Galaxy Note II müssen betont werden: Einmal das für die Note-Reihe charakteristische Element in Form des S-Pen und dazu bei dem Galaxy Note II auch die extrem gelungene Kamera-Funktion.

Der S-Pen ist im Vergleich zu dem des ersten Galaxy Note sinnvoll verbessert worden: An einer Runde abgeflacht liegt der Stift deutlich besser in der Hand, dazu ist der S-Pen leicht dicker geworden. Auch gut: Der Button des S-Pen ist nun leicht geriffelt und so deutlich leichter zu finden. Die Technik wurde ebenfalls leicht verbessert, so erkennt das Galaxy Note II nun über 1000 verschiedene Druckstärken und kann anhand dessen Strichstärke und Co. Variieren. Auch die Software des S-Pen wurde geändert: Mit einem simplen Knopfdruck lässt sich jeder beliebige Teil des Bildschirms sofort ausschneiden und als Bilddatei speichern und verschicken – oder aber direkt in S Note einfügen und dort bearbeiten. Wer also schnell mal einen Teil des Bildschirms teilen möchte und/oder vorher noch eine Notiz daran schreiben möchte, ist mit dem Galaxy Note II bestens bedient. Ebenfalls neu ist ein Menü für Schnellzugriffe, hier kann mit vorher festgelegten oder individuell dafür erstellten Gesten eine Bestimmte Aktion ausgeführt werden. Der S-Pen als Alleinstellungsmerkmal des Samsung Galaxy Note II begeistert noch mehr als beim Vorgänger und ist bei einem so großen Display definitiv sinnvoll und nicht nur reine Spielerei.

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Die Kamera des Samsung Galaxy Note II hat 8 MP und entspricht von der Qualität der im Galaxy S III, allerdings hat Samsung die Software weiter verbessert und mit einigen Highlights“ ausgestattet, die derzeit ihresgleichen suchen:

Die „Beste Gesichter“-Funktion nimmt bei Gruppenbildern vier Bilder auf, erkennt die Gesichter der Personen auf dem Bild und bietet unterschiedliche Versionen des Gesichts an die auf jedem einzelnen der vier Fotos vorhanden waren. So kann man sich im Endeffekt sein perfektes Gruppenbild digital zusammenstellen. Extrem einfach und super im die Firmenclowns von Gruppenfotos zu verbannen.

Die Videofunktion zeichnet normalerweise Bilder mit 1080p und 30 Bildern/s auf, allerdings lässt sich in den Einstellungen eine „Zeitlupe“-einstellen, dann werden Videos nur noch mit 720×480 Pixeln aufgenommen, dafür aber mit satten 120 Bildern in der Sekunde, per vorher festgelegtem Parameter lässt sich somit eine Szene auf ½, ¼ oder 1/8 der ursprünglichen Geschwindigkeit verlangsamen, extrem lustig und im dritten Teil der Video-Review zu sehen.

Videolink

Mein persönliches Fazit und ein Wort zu der Akkulaufzeit:

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Das Samsung Galaxy Note II ist definitiv nicht für jeden geeignet, wer sich aber mit Größe und Gewicht arrangieren kann, findet mit dem  5.5 Zoll ein herausragend gutes Gerät. Der 3.100 mAh Akku hält länger durch als bei jedem anderen Smartphone was ich jemals genutzt habe. Während bei dem ersten Galaxy Note häufig für mich um 17 Uhr Schluss war, hält das Galaxy Note II sogar bei mir deutlich länger als einen Tag, der normale Nutzer dürfte sogar zwei Tage ohne große Anstrengungen und Zwischenstopp an der Steckdose überstehen. Das Display ist herausragend gut und macht einfach Spaß, die Leistung des Geräts reicht derzeit für alle Anwendungen locker aus und so dürfte sich das Samsung Galaxy Note II trotz des relativ hohen Preises derzeit sehr gut im Handel durchsetzen. Übrigens: Es passt in die meisten Hosentaschen, Punkt!