Unterwegs in Südostasien: Quer durch Laos [Samsung NX1]

Die 4000 Inseln ganz im Süden von Laos hätten mich durchaus noch länger beschäftigen können, so entspannt und ruhig lebt es sich dort mitten im Mekong. Allerdings möchte man beim Backpacking ja etwas sehen und so hieß es in dieser Woche: Quer durch Laos!

Samsung NX1, f5.6, 1/160s, ISO 160, 50mm, LR6.2.1

Samsung NX1, f5.6, 1/160s, ISO 160, 50mm, LR6.2.1

Der erste Eindruck von Laos hat sich bestätigt: Das Land selber ist sauberer. Die Straßen sind zwar teils so schlecht wie in Kambodscha, dafür ist aber etwa Vientiane, die Hauptstadt des Landes, deutlich sauberer als Phnom Penh. Die Menschen hier sind fröhlich und nett. Von den Si Phan Don hatte es uns erst nach Pakse verschlagen. 150km Entfernung dauern hier mal eben über drei Stunden. Autobahn, linke Spur und Bleifuß Fehlanzeige.

In Pakse unternahmen wir eine Tour zu einigen Wasserfällen. Das Highlight war dann aber das Bolaven Plauteau, eine 10.000km² große Hochebene im Süden des Landes. Hier wird Kaffee und Tee angebaut und in den Bergen leben ethnische Minderheiten. Zu eben einer solchen fuhren wir, allerdings mit gemischten Gefühlen. Menschen anschauen wie im Zoo klingt seltsam.  Vor Ort besuchten wir dann aber den Stamm der Katu. Bei ihnen ist es üblich zu Lebzeiten seinen eigenen Sarg zu bauen und für den Tod aufzubewahren. Außerdem gibt es Betonsärge, da es nicht unüblich ist, Särge mehrfach zu verwenden.

Samsung NX1, f6.3, 1/250s, ISO 100, 16mm; Bearbeitet in LR 6.2.1. Ich hätte zu gerne die Dachspitze noch drauf gehabt, aber ich stand schon in einem Schweinestall.

Samsung NX1, f6.3, 1/250s, ISO 100, 16mm; Bearbeitet in LR 6.2.1. Ich hätte zu gerne die Dachspitze noch drauf gehabt, aber ich stand schon in einem Schweinestall.

Auch auffällig: In ihrem kleinen Dorf mit einfachen Holzhütten raucht jeder. Schon mit drei Jahren fangen dort die Katu an, mit selbstgebastelten Wasserpfeifen aus Bambus eine Mischung aus Tabak, Bananenblättern und Zuckerrohr zu rauchen. In ihrer Religion ist dies so üblich.

Samsung NX1, f5.6, 1/100s, ISO 200, 50mm

Samsung NX1, f5.6, 1/100s, ISO 200, 50mm

Särge klingen seltsam und Kinder die rauchen auf jeden Fall befremdlich, dazu Holzhütten, ein niedriger Bildungsstand und einfachste Lebensverhältnisse. Trotzdem ist ein Lächeln hier allgegenwärtig. Viele fröhliche Menschen, nackte Kinder die im Lehm spielen und alte Menschen die in der Gemeinschaft sitzen sind zwischen den Hütten ein tolles Bild. Eine auf jeden Fall komplett andere Kultur.

Samsung NX1, f5.6, 1/160s, ISO 160, 50mm, LR6.2.1

Samsung NX1, f5.6, 1/160s, ISO 160, 50mm, LR6.2.1, eine größere Offenblende mit dem 16-50mm f2-2.8 oder direkt dem 85mm f1.4 wäre hier ein Traum gewesen

Einige Kilometer weiter, noch immer auf dem Bolaven Plateau kann man Einheimischen zuschauen, wie sie handgefärbte Baumwolle zu bunten Tüchern weben. Mit welcher Ruhe hier Reihe für Reihe ein Tuch entsteht ist faszinierend anzusehen.

Samsung NX1, f5.6, 1/80s, ISO 1250, 50mm

Samsung NX1, f5.6, 1/80s, ISO 1250, 50mm

Von Pakse ging es mit dem Nachtbus eben in diese Hauptstadt. Nachtbus sind wir in Thailand schon gefahren, eigentlich alles gut sollte man meinen. In Laos sind das aber immer Doppel“betten“ mit 90cm Breite in den Bussen, wenn man also bei der Buchung nicht aufpasst, kann man schön mit einem Fremden kuscheln. Bus-Tinder quasi. Wir haben alles richtig gebucht und sind mit dem Bus in die langsamste Hauptstadt der Welt. So heißt es zumindest häufig über Vientiane und in der Tat ist die Stadt selber eher ein Dorf. Die Hauptstraße kann man ohne Nahtoderfahrung überqueren (sogar bei grün an der Ampel in Asien keine Selbstverständlichkeit) und generell ist hier für eine Hauptstadt wenig los. 350.000 Einwohner sind allerdings auch kein Vergleich zu 1,5 Millionen im deutlich dreckigeren Phnom Penh oder den über 8,3 Millionen im hektischen Bangkok. Wir haben in Vientiane den Buddha Park besucht, eine abstruse Ansammlung zahlreicher Buddha- und Hindu-Statuen. Außerdem haben wir uns zur Pha That Luang, der großen Stupa aufgemacht. Das Nationalsymbol von Laos ist zwar ab 16 Uhr nicht mehr zu betreten, allerdings kann man das goldene Monument in der Abendsonne leuchten sehen, wenn man sich auf eine Mauer dahinter stellt.

Samsung NX1, f22, 1/100s, ISO 100, 26mm, LR 6.2.1

Samsung NX1, f22, 1/100s, ISO 100, 26mm, LR 6.2.1

In Vientiane haben wir uns auch ein wenig mit der Geschichte des Landes auseinandergesetzt. Laos selber war im Vietnamkrieg neutral. Allerdings warfen die USA über dem neutralen Laos ohne Kriegserklärung in über 530.000 Fliegerangriffen mehr als 2.000.000 Tonnen Bomben ab, um die Versorgungswege der Vietcong zu unterbrechen. Geschätzt 80 Millionen Bomben, sogenannte UXO, Unexploded Ordnance, liegen über das Land verstreut. In einem Land mit der Landwirtschaft als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige besonders tragisch.

BLU-3 "Pineapple". Samsung NX1, f3.5, 1/30s, ISO 1000, 16mm.

BLU-3 „Pineapple“.
Samsung NX1, f3.5, 1/30s, ISO 1000, 16mm.

Die Entseuchung des Landes ist schwer, erst ein Prozent gilt als sicher geräumt. Bei diesem Tempo dauert es noch über 1000 Jahre, bis Laos wieder völlig sicher ist. Die Bomben, Bombies genannt, sind der Grund, warum Bauern und häufig auch Kinder durch amerikanische Blindgänger verletzt werden. In einem der ärmsten Länder der Welt (Jahreseinkommen nur knapp über 1.000 Dollar) fehlt häufig das Geld für Prothesen der Invaliden, die USA haben bis heute keine Reparation an die Zivilbevölkerung gezahlt. Lange baute man sich selber einfachste Prothesen, wie sie heute im COPE Center in Vientiane ausgestellt sind. Inzwischen wird der Bevölkerung in fünf Zentren in Laos geholfen, Prothesen selber anzufertigen.

Samsung NX1, f4, 1/40s, ISO 1000, 21mm

Samsung NX1, f4, 1/40s, ISO 1000, 21mm

163 Kilometer und drei Stunden nördlich von Vientiane liegt Vang Vieng. Ein Städchen, welches lange als Partystadt für Backpacker galt. Unter Drogeneinfluss ließen sich hier Backpacker über den schnellen Gebirgsfluss auf Reifenschläuchen beim Tubing treiben und konnten alle paar Meter an einer weiteren Bar stoppen um „nachzutanken“. Klingt nach einem Mordsspaß, 2011 starben alleine 22 Touristen in Vang Vieng dabei, die Dunkelziffer liegt noch darüber, da viele Schwerstverletzte direkt nach Vientiane ausgeflogen wurden. Daher ließ die Regierung viele Bars am Fluß abreißen, um das gefährliche Treiben zu beenden. Heute kann man stattdessen an Zip-Lines durch den Dschungel in dem herrlichen Karst-Gebirge gleiten und sich auf Reifenschläuchen durch eine Tropfsteinhöhle treiben lassen. Unterhaltsam und weniger tödlich.

Samsung NX1, f8, 1/320s, ISO 100, 16mm

Samsung NX1, f8, 1/320s, ISO 100, 16mm, LR 6.2.1

In den Bergen liegt die Blue Lagoon, ein von asiatischen Touristen überlaufenes Gewässer, in welches man von einem Baum springen kann. Wenig spannend, aber für mich absolut eine Reise wert: Auf dem Rückweg im Sunset wird auf den Schotter- und Sandpisten viel Staub aufgewirbelt. Also musste ich einfach den Fahrer bitten anzuhalten für dieses Bild:

Samsung NX1, f11, 1/500s, ISO 100, 50mm. Stark nachbearbeitet in LR 6.2.1

Samsung NX1, f11, 1/500s, ISO 100, 50mm. Nachbearbeitet in LR 6.2.1

Heute ging es von Vang Vieng nach Phonsavan, morgen geht es auf die „Ebene der Tonkrüge“. Sechs Stunden Busfahrt klingen übel, allerdings geht es durch das laotische Hochland mit Bergen um 2.000 Meter Höhe. Die Tour mit dem engen Minivan und unfassbar schlechter laotischer Musik wird in unzähligen Kurven mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. Am liebsten hätte ich alle paar Meter gestoppt, um wieder Fotos zu machen.

AAS_Kolumne8_9

Panorama mit 68 MP im Original, acht 28MP Bilder mit LR 6.2.1 zusammengefügt

Ich hoffe ich konnte euch mit der NX1 wieder ein klein wenig nach Südostasien mitnehmen. Laos hat einen Charme, den man spüren muss, ich hoffe ein wenig kommt über die Fotos rüber. Fragen, konstruktive Kritik für die Kolumne und Anmerkungen bitte wie immer gerne in die Kommentare.

Disclosure: Die in dem Beitrag vorkommende Samsung NX1 wurde dem Ersteller des Beitrages von der Samsung Electronics GmbH zur Verfügung gestellt.

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