DBüdT: Was macht Huawei eigentlich 2016 in Sachen Smartphone? [UPDATE]

Diesen Artikel wollte ich schon etwas länger schreiben, nur fehlte etwas die Zeit. Dustin hatte ja vor einigen Wochen bereits ausführlich über das Huawei P9 Lite geschrieben, ich habe alle drei 2016er Flaggschiffe von Huawei getestet – Zeit für einen Blick über den Tellerrand.

Huawei_2016_1_1

Tatsächlich hatte ich dieses Jahr so ziemlich alles an Smartphones in den Fingern, was der Markt so bietet. Während mich das LG G5 nicht so recht überzeugen konnte und Sony immer das Gleiche macht, gefiel mir das HTC 10 schon besser. Für mich sticht aber Huawei heraus und das direkt aus mehreren Gründen.UPDATE: Im Rahmen der 1&1 BloggerWG darf ich derzeit ein Huawei P9 verlosen, das mache ich auf CubeTube, passt aber in den Artikel hier auch ganz gut. Viel Glück:

Videolink

/UPDATE

Das soll nicht despektierlich klingen, aber Huawei erinnert mich an Samsung. AllAboutSamsung gibt es seit 2011 und da gab es einige Strategien zu mutmaßen. Beispielweise hat Samsung auf das iPhone mit dem Galaxy S als sogenannter „Fast Follower“ reagiert um dann irgendwann die Kurve zu bekommen und als eigenständiger Innovationsbringer auf dem Markt zu agieren. Bei Huawei war das für mich ähnlich: Erst nur ein Netzausrüster, kamen später auch Smartphones. Erst Einsteigergeräte, dann auch immer mehr High-End und inzwischen ist Huawei in den Verkaufszahlen häufig längst an LG, HTC und auch Sony vorbeigezogen.

Huawei_2016_8

Nur gute Smartphones reichen nicht, sonst hätten Sony und HTC auch größere Erfolge zu vermelden, nein – es braucht auch entsprechendes Marketing. Das hat Huawei verstanden und verfügt, gemessen an meiner subjektiven Wahrnehmung, über ein hohes Marketing-Budget. Zeit also, sich anzuschauen, was einer von Samsungs größten Konkurrenten 2016 in Sachen Smartphones zu bieten hat. Den Anfang machte auf der CES 2016 in Las Vegas:

Das Huawei Mate 8

Huawei_2016_4

Samsung hat übergroße Smartphones 2011 mit dem ersten Galaxy Note etabliert, inzwischen sind sie auf dem Markt absolut üblich und gerade Huawei als chinesischer Hersteller muss hier punkten. Der asiatische Markt ist erfahrungsgemäß deutlich stärker auf große Smartphones orientiert. Huawei hat hat auf der CES 2016 im Januar das Mate 8 vorgestellt. 6 Zoll, 3GB RAM und ein monströser 4.000 mAh Akku. Klar, ein großes Gerät bietet auch mehr Platz für einen größeren Akku – dieser ist aber nicht selbstverständlich. Zudem beherrscht Huawei es hervorragend, mit der eigenen Netzausrüster-Sparte die Funkleistung der Smartphones zu optimieren. Nicht unbedingt in Sachen Empfang, aber der Akku wird deutlich weniger belastet.

Huawei_2016_13

Ansonsten setzt Huawei mit dem Mate 8 auf eine Designlinie, die auf der IFA 2015 mit dem Mate S begonnen wurde und die mir extrem gut gefällt: gebürstetes Metall, ein leicht gerundeter Rücken und eine schlanke Seitenlinie sind einfach schick.

Huawei_2016_14

So herausragend der Akku auch ist, ein paar Kritikpunkte gibt es dann doch. Die Kamera fand ich trotz OIS nur ok und in den Ergebnissen hinter der des Galaxy S6 und S7. Die Software. Ich bin einfach einen App-Drawer gewöhnt und finde Huaweis Launcher einfach nicht schick. Dafür gibt es gute Funktionen, wie etwa einen intelligenten WLAN-Wechsel, der basierend auf dem Netzstandort automatisch das WiFi aktiviert, sodass man nicht Zuhause versehentlich noch den Traffic der SIM verbraucht.

Das Huawei P9

Huawei_2016_10

Später 2016, auch erst deutlich nach dem MWC, kam dann das Huawei P9. Ich hatte das P6 kurz in den Fingern, das P7 etwas länger, das P8 sogar einige Tage und hatte mich auf das P9 gefreut. Huaweis Flaggschiff-Reihe zeichnet sich durch ein schickes Design aus und hat dieses Jahr noch etwas zugelegt: Man setzte direkt auf zwei Kameramodule auf der Rückseite. Unter dem Leica-Branding (Leica war wohl für die Optimierung zuständig) setzt das Huawei P9 einmal auf eine 12MP-Kamera, der ein zweiter Sensor zur Seite steht, welcher Bilder schwarz-weiß aufnehmen kann und im normalen Betrieb sonst etwas Helligkeitsinformationen aufnimmt, sodass die Bilder detailreicher werden sollen.

Huawei_2016_11

Monochrome Fotografie mochte ich tatsächlich sehr gerne mit dem Huawei P9, ein feines Feature. Ansonsten war die Kamera nicht ganz so schnell wie die anderer Smartphones und: zwei Linsen kann man nicht in Sachen OIS synchronisieren, daher fehlt eine optische Bildstabilisierung. Die Kamera hat daher für mich Vor- und Nachteile gehabt, 4k-Videos fehlen ohnehin.

Huawei_2016_12

Was dafür bei Huawei ganz sicher Applaus verdient ist die Ergonomie, das Huawei P9 ist für mich ein absoluter Handschmeichler und gefällt mir in der Hand leicht besser als das Galaxy S7. Metall auf der Rückseite und ein Metallrahmen – optisch schlank und edel. Was mir auch gut gefällt ist der Glas-Streifen auf der Rückseite für die Kamera. Ansonsten verdient Huawei mit dem P9 Lob für den Fingerabdrucksensor. Dieser ist bei Huawei seit dem Mate 7 auf der Rückseite zu finden. Huawei war das erste Unternehmen, welches unter Android einen guten Fingerabdrucksensor gebaut hat. Inzwischen hat man diesen im P9 nochmals verbessert: Er erkennt 3D-Strukturen und ist somit nochmal sicherer. Funfact: Der Scanner ist extrem schnell, wird aber nochmals in Sachen Zeit unterboten vom:

Huawei P9 Lite

Huawei_2016_9

Darüber hatte Dustin hier ja schon einige Worte verloren. Ein tolles Mittelklasse-Smartphone, ich würde es als Huaweis Gegenstück zum Samsung Galaxy A5 2016 bezeichnen. Für einen vernünftigen Preis bekommt man alles was man im Alltag braucht. Huawei setzt hier auf einen Metallrahmen aber eine Rückseite aus Kunststoff – was mich überhaupt nicht stört, es fühlt sich sehr wertig an.

Huawei_2016_7

Der Fingerabdrucksensor ist eine Wucht und unfassbar schnell. Abstriche macht Huawei zum P9-Flaggschiff, diese halten sich aber in verschmerzbaren Grenzen. Die Auflösung bleibt bei FullHD, der Port ist „nur“ MicroUSB und nicht wie beim P9 ein Type-C-Anschluss. Auf die Dual-Kamera wird verzichtet, der Prozessor ist etwas langsamer – die üblichen Unterschiede zum Flaggschiff. Was das Huawei aber nicht schlechter macht. Eher im Gegenteil: Das P8 Lite habe ich mehrfach empfohlen, da es in Sachen Preis/Leistung unschlagbar wurde, das P9 Lite liegt noch deutlich darüber, trotzdem ist hier Preis/Leistung auf dem gleichen guten Niveau wie etwa beim Samsung Galaxy A5 2016.

Tl;dr – too long, didn’t read

Videolink

Huawei hat sich in den letzten Jahren sehr schnell zu einer echten Hausnummer gemausert. Die Geräte sind top und eine echte Konkurrenz. Am Markt ist Huawei längst eine ernstere Konkurrenz als andere Hersteller, da das Marketing-Budget ein anderes ist. Zur IFA wird das nächste Smartphone der Chinesen kommen. Ich beobachte Huawei immer gerne, da man in Teilen noch Fast Follower-Qualitäten erahnen lässt und Samsung die Konkurrenz in Sachen Smartphones nicht schadet, der Verbraucher kann sich freuen – die Konkurrenz belebt das Geschäft.

Übrigens: Falls ihr euch weiter für Huawei interessiert empfehle ich die Kollegen von Huaweiblog.

Werbung