Q4 2017: Rekordgewinn – Chip-Sparte punktet, Mobile-Sparte unter Druck, Ausblick auf 2018

Bereits mit dem Ausblick für das vierte Quartal 2017 deutete sich an, dass Samsung sowohl für das Quartal als auch das gesamte letzte Jahr einen neuen Rekordgewinn verzeichnen würde. Der Erfolgsgarant war jedoch nicht die öffentlichkeitswirksame Mobile-Sparte, sondern Samsungs Halbleiter-Arm.

Mit einem Umsatz von 65,98 Billionen Won (rund 61,8 Mrd Dollar) und einem operativen Gewinn von 15,15 Billionen Won, rund 14,2 Mrd USD) liegt Samsung im vierten Quartal 2017 in der vorher veröffentlichten Prognose. Über das gesamte Jahr 2017 wurde so ein Umsatz von 239,58 Billionen Won (224,5 Mrd USD) und ein operativer Gewinn von 53,65 Billionen Won (50,2 Mrd Dollar) erzielt.

Die absolute Cashcow des Jahres war wie auch in Q4 2017 Samsungs Halbleitersparte mit einem Umsatz von 21,11 Billionen Won und einem operativen Gewinn von 10,90 Billionen Won – also rund zwei Dritteln des Gesamtgewinns. Zum Vergleich: Samsungs Mobile-Sparte kommt bei einem Umsatz von 25,47 Billionen Won „nur“ auf einen operativen Gewinn von 2,42 Billionen Won. Der hohe Gewinn der Halbleitersparte erklärt sich durch eine extrem hohe Nachfrage nach Speicherchips in 2017 und entsprechend gestiegene Preise.

Spannender ist allerdings Samsungs Ausblick auf 2018 und wie hier die verschiedenen Sparten auf Erfolgskurs bleiben wollen:

Die Halbleitersparte: Mehr Umsatz und Gewinn als Intel

2017 konnte man punkten. Gerade die starke Nachfrage nach DRAM und NAND-Speicher trieb hier Gewinn und Umsatz in die Höhe. Somit konnte man das erste Mal seit 1993 als größten Halbleiterhersteller ablösen – wenn auch Intel bei x86-Prozessoren weiterhin klar dominiert. Dies sagten Analysten schon in Q2 2017 voraus:

Allerdings sehen diverse Analysten seit Monaten den Markt hier auf seinem Höhepunkt und erwarten ein Abschwächen der Nachfrage. Insofern ist natürlich besonders spannend, wie Samsung hier 2018 den Markt sieht. Für 2018 erwartet man (entgegen der Vorhersage von Analysten) eine stabile Nachfrage. Dieser will man mit einem Ausbau der Produktion von 64-Layer 3D-VNAND begegnen und bei DRAM durch 10nm-Fertigung und LPDDR4X stark bleiben. Außerdem stellt man eine erste Produktion von 7nm-NAND in Aussicht, vorher will man aber die 8nm-Fertigung regulär beginnen. Die neuen S3 und S4-Fertigungslinien sollen zudem etwa für neue 3-Stack FRS-Sensoren und auch neue Prozessoren von Samsung genutzt werden.

Samsung Mobile: Weniger Smartphones, weniger Gewinn, höhere Marketingkosten – und faltbare Displays

Insgesamt hat Samsung weniger Smartphones 2017 verkauft. Während es weniger Smartphones wurden, konnte der Absatz von teuren Flaggschiffen wie dem Galaxy Note8 gesteigert werden. Dennoch sank der Gewinn der Mobile-Sparte, da man deutlich mehr für das Marketing investieren musste.

Hier spricht man jedoch von einem saisonalen Effekt – für 2018 soll dagegen die Nachfrage von Smartphones weiter steigen. Insbesondere erwartet Samsung, dass Nutzer 2018 vermehrt ihre Premium-Smartphones gegen neue Modelle austauschen werden. Um hier attraktiv zu bleiben, will man den Fokus auf Features wie Kamera und Bixby legen, außerdem soll die Mittelklasse und Einsteigerklasse verbessert werden.

In the first quarter, the company expects the mobile business to improve its earnings, led by an increase in sales of flagship products with the launch of Galaxy S9.

Auch wenn man für das erste Quartal 2018 noch eine schwächere Nachfrage sieht, will Samsung so dennoch den Absatz steigern – auch dank des kommenden Galaxy-Flaggschiffs. Noch interessanter ist außerdem, wie Samsung die Mobile-Sparte insgesamt nach vorne bringen möchte:

As for the Mobile business, Samsung will continue its efforts to differentiate its smartphones by adopting   cutting-edge technologies, such as foldable OLED displays.

Richtig, man redet vom Jahr 2018 und erwähnt faltbare OLED-Displays. Bisher war man davon ausgegangen, dass Samsung das legendäre Galaxy X doch erst 2019 zeigen würde, vielleicht wird es aber dann doch noch dieses Jahr etwas.

Samsung Display: OLED yey, LCD ney

Samsungs Display-Sparte konnte einen Wachstum verzeichnen. Trotz eines Rückgangs bei LCD-Panels. Aufgefangen wurde der Rückgang allerdings durch den Erfolg von Samsungs Smartphone OLEDs. Inzwischen wird bei Geräten wie dem iPhone X, dem Huawei Mate 10 Pro und dem Google Pixel 2 auf Samsungs OLED Panels gesetzt.

Für 2018 zeigt sich die Displaysparte beim Thema LCD unsicher, auch durch eine stärkere Konkurrenz. Klar, bei OLEDs wiederum kann Samsung mit LG bei großen Panels nicht konkurrieren, während bei LCDs gerade auch China die Konkurrenz wächst. Immerhin will man mit großen LCD-Panels, Quantum Dots und UHD punkten den Absatz stabil halten. Für OLEDs dagegen sieht es rosig aus, hier sieht Samsung OLED als neuen Standard der Branche – zumindest im High-End-Bereich.

Consumer Electronics: 8k, Micro LED und Bixby

Im vierten Quartal 2017 ist der globale TV-Markt im zweistelligen Prozentpunkte-Bereich zum vorherigen Quartal gewachsen, Year-over-Year sank der Absatz hingegen. Entsprechend sank im Vergleich zum Vorjahr auch Samsungs Gewinn in dieser Sparte leicht. Auch, da man bei Mittelklasse und Einsteigerklasse das Portfolio zusammendampft. Für 2018 möchte man den Fokus daher auf große TV-Geräte und Premium-Geräte setzen. Hier erhofft man sich durch Olympia und die Fußball WM entsprechende Impulse. Auch, da man mit 8k-Fernsehern, Bixby und SmartThings Kaufanreize bieten möchte.

Bixby ist dann auch das Thema für Home Appliances. Hier war 2017 durchaus erfolgreich, mit IoT, SmartThings, Bixby und Co. will man hier auch 2018 punkten.

Randnotiz

Außerdem hat Samsung angekündigt, die Aktien zu splitten. Im Ergebnis eine Kapitalerhöhung, um die recht teuren Aktien auch für kleinere Anleger interessant zu machen. Der Kurs reagierte besonders hierauf positiv und stieg um zeitweise rund sieben Prozent.

Quelle: Samsung

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