Ein paar Worte zum Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge – Bye bye Komfortzone

Wall hugger. Erinnert sich noch jemand an die Kampagne? Samsung war immer bekannt für wechselbare Akkus und SDs, nun kommt alles anders. Nachdem 2014 gelinde ausgedrückt eher suboptimal für die Südkoreaner gelaufen ist, musste man sich bewegen. Und … wow, man hat sich verdammt noch mal so was von bewegt. Die Frage ist nur, ob in die richtige Richtung.

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Nachdem das Galaxy S III an ein rund gelutschtes Stück Seife erinnerte, das Galaxy S4 nur eine Evolution dessen war und das Galaxy S5 zwar robust und wasserdicht war, aber halt noch immer wenig wertig und gar nicht revolutionär war, waren die Erwartungen nach 2014 extrem hoch an die Südkoreaner.

Als ich im Dezember von einem Treffen in Korea erfahren hatte, dass Samsung den Akku fest verbaut und auch die wechselbare SD beim Galaxy S6 Geschichte sein wird, war ich erst einmal not amused. Zu sehr habe ich mich an die SD gewöhnt. Andererseits hatte Samsung mit dem gewohnten Kurs Probleme und bereits mit dem Galaxy Alpha hat man gesehen, dass Samsung dies verstanden hat. Änderungen müssen her.

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Als ich vor ein paar Wochen die ersten Bilder des Galaxy S6 auf dem Schreibtisch hatte, war ich noch immer skeptisch. Die Unterseite sieht nach iPhone aus. Punkt. Die Häme ist Samsung (zu Recht) sicher. Dazu der Akku fest verbaut und der Speicher nicht per SD erweiterbar. What the fuck.

Videolink

Sooo und jetzt beruhigen wir uns mal wieder. Einfach mal das Hands-On anschauen, neben unserem Hands-On habe ich eins für 1&1 gemacht und finde das einen Ticken besser gelungen (Daumen hoch auf YouTube wäre auch hier Spitze!). Sobald man das Galaxy S6 Edge in die Finger nimmt, sind einem die ganzen Bedenken komplett egal. Ernsthaft, gemeckert wird im Netz immer schnell, aber jeder der Skeptiker sollte erst das S6 Edge in die Finger nehmen und danach 849 Euronen aufwärts parat halten. Der Preis ist der große Haken an der Kiste, der Rest ist hervorragend.

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Tatsächlich hätte Samsung mal lieber die den Mumm bewiesen, das Galaxy S6 Edge als normales Galaxy S6 zu bringen und auf ein „normales“ Galaxy S6 zu verzichten. Das Display des Galaxy S6 Edge hat kaum Mehrwert in der Nutzung, aber fühlt sich extrem gut an und der hierdurch noch dünnere Metallrahmen ist ein Traum.

Videolink

Versteht mich nicht falsch, das Galaxy S6 ist auch eine tolle Kiste, edel mit GorillaGlas 4 auf Front- und Rückseite, 6,8 Millimeter dünn und dank Metallrahmen auch dufte, aber das Galxay S6 Edge ist einfach wow. Die Edges stören mich nicht, wie dies beim Galaxy Note Edge der Fall war und damit hat man dann einen knapp 7 Millimeter schlanken Flachmann mit Exynos 7420 Octa Core in 14nm in der Tasche. Den Akku wechsel ich eh quasi nie, wenn man sich die Empörung mal abgewöhnt, ein Akkupack für einen schmalen Taler kauft und nachdenkt, ist der Punkt relativ egal. Die SD stört mich. UFS 2.0 mag toll sein, ich wechsel die SD aber häufiger. Schade. Bei der Galaxy A-Serie hatte man gezeigt, dass es geht.

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Der Fingerabdruck-Sensor ist endlich nutzbar und macht Spaß, die Kamera kommt richtig gut dank einer guten Offenblende und einem aufgeräumten Interface und fuck yeah, endlich gibt es einen manuellen Fokus. Auch hier hat man nachgebessert, die Software ist Samsung-untypisch echt brauchbar. Auch ansonsten wurde TouchWiz entschlackt und man hat endlich mal auf die Kritiker gehört.

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Ja, der Akku ist mit 2.550 mAh (Galaxy S6) und 2.600 mAh (S6 Edge) nicht stark im Vergleich zu vorherigen Geräten, dafür ist die Hardware effizient. Auch sehr geil: trotz nur knapp sieben Millimetern ist kabelloses Laden integriert. Für diese Bauhöhen mussten einige Ingenieure garantiert Überstunden machen. Dank Metallrahmen fühlt es sich trotzdem nicht zu dünn oder leicht an, der ist ergonomisch, aber eben doch angenehm kantig.

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Fazit: Joa, einige regen sich immer auf. Aber geht mal in einen Shop und schaut euch da die Kunden an. Häufig zählt die Haptik und da sind beide Geräte großartig. Bei der Technik auch. Nur der Akku ist so eine Sache – aber hier befindet sich Samsung nun im guten Umfeld. Die SD ist schade, hier darf man meckern, besonders bei den Preisen für die Speicherversionen. Aber ansonsten… hat Samsung hier mächtig auf den Putz gehauen. Ich mochte da Galaxy S II, das Galaxy Note 4 und jetzt habe ich mich in das Galaxy S6 Edge ein kleines bisschen verliebt. Eine tolle Kiste, die aber leider in Deutschland preislich ein bisschen zu hoch angesiedelt ist. Samsung hat sich bewegt. Und wie. Ich bin schwer gespannt, ob man damit zurück in die Erfolgsspur kommt. Der Paukenschlag gestern war auf jeden Fall laut hörbar.

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