Samsung Level Over und die Level App – wie gut ist der Premium-Kopfhörer wirklich?

Es ist so weit, die Level Kopfhörer müssen wieder zurück. Bisher hatte ich 1 ½ Wochen lang Zeit um mich mit der neuen Premium-Reihe zu beschäftigen. Wirklich vermissen werde ich aber wohl nur zwei von den dreien.

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Aufgrund von technischen Problemen musste ich das komplette Review leider in zwei Teile aufteilen, bei der Menge an Text sollte das aber nicht unbedingt schaden. Wer sich auch für die Level On und Level In interessiert, kann sich hier den entsprechenden Artikel zu denen durchlesen. Hier geht es jetzt nur um die Level Over* und die dazugehörige App.

Samsung Level Over

Die größten und teuersten Kopfhörer von Samsung. Bei einer UVP. von 349 Euro kann man schon einiges vom „Premium“ Kopfhörer erwarten. In der selben Preisklasse befinden sich dann schon bekannte Audio-Marken wie etwa Bose. Über die Firmengeschichte muss ich jetzt wohl nicht groß was erzählen, den Namen kennt wohl jeder und wofür dieser steht ist auch bekannt.

Lieferumfang

Eine simple weiße Schachtel die ihren Zweck erfüllt. Vorne und hinten jeweils ein Bild der Kopfhörer, zwischendurch die ein oder andere Info zu den technischen Gegebenheiten. Verschlossen ist die Schachtel, so wie auch bei den beiden folgenden Level Kopfhörern, mit zwei Magneten an der Unterseite der zu öffnenden Lasche. Im Inneren erwartet einem dann direkt die massive Transporttasche. Nimmt man diese raus findet man noch einen doppelten Boden der sich durch eine Öffnung mit dem Finger entnehmen lässt. Versteckt unter dieser Pappblende liegt die Bedienungsanleitung für die Level Over.

Zurück zur Transporttasche: Sobald man diese öffnet, findet man die riesigen Level Over und eine zweite Transporttasche. In der zweiten befinden sich dann ein MicroUSB 2.0 Kabel zum Aufladen der Kopfhörer, ein 3,5 mm Kabel mit Steuerelement sowie ein Adapter der dafür sorgt, dass man die Level Over am PC (oder andere Geräte mit standarisierten, dedizierten Mikrofon- und Kopfhöreranschluss) als Headset nutzen kann.

Optik

Viel weiß, viel beige, viel Plastik, wenig Alu. Wobei ich mir bei der Farbe beige nicht ganz sicher bin, es geht ein wenig in Richtung Cappuccino. Trotzdem wirken die Kopfhörer sehr wertig und edel. Die äußere Schale erscheint im matten Weiß. Auf der Oberseite der Bogens, dort wo üblicherweise die Firmennamen stehen, prangert ein, für die Größe eigentlich fast dezentes, „Level Over“. Weiter in Richtung Ohrmuschel findet man dann auf jeder Seite jeweils einmal „Samsung“ in horizontaler Schrift. Die Ohrmuschel selbst ist auf der Rückseite mit gleich drei Farben ausgestattet. Ganz außen das matte Weiß, weiter nach Innen hin dann ein ovaler Ring aus fake-Chrom und innerhalb dieses Ringes dann ein glänzendes Weiß.

Dann die Innenseite, da könnte sich die Geister scheiden. Der Bogen ist mit dem beige-cappuccino gefärbten Kunstleder* bestückt. Nähte in der selben Farbe und einer Rauten Form zieren dieses und lassen es wertig aussehen. Aber Kunstleder* bleibt Kunstleder*, auch bei 349 Euro. Weiter zu den Ohrpolstern. Die selbe Farbe, das selbe Material, lediglich die Nähte fehlen. Gefüllt sind alle drei Polster mit Polyurethan, könnt also am gelben Küchenschwamm mal nachfühlen wie das denn so ist (Schwamm vorher trocken machen!).

Angrenzend zu dem Polster an der Innenseite vom Bogen befindet sich jeweils ein kleines Stückchen Metall mit der Aufschrift „L“ oder „R“. Links und rechts von den Buchstaben ist jeweils eine kleine Schraube. Noch weiter unten sind dann kleine Hinweise zur Bluetoothzertifizierung und unter anderem das CE Logo. Die Ohrpolster sind jeweils durch einen fake-Chrom Ring abgegrenzt, dahinter erwartet einem lediglich matt weißes Plastik und der ein oder andere Knopf.

Tragekomfort

Super! Weich, leicht und absolut angenehm. Auch nach etwa zwei Stunden des andauernden Tragens machen sich nur minimale Punkte bemerkbar. Schlecht sieht es aber bei der Benutzung außerhalb windstiller Räume aus. Auch bei halber Lautstärke und eingeschaltetem ANC (später mehr dazu) hört man immerzu ein leichtes Rauschen auf den Ohren, und das schon bei sehr leichtem Wind. Kann man zwar durch erhöhte Lautstärke retuschieren, irgendwo ist aber auch eine Grenze. Der Akku ist übrigens mehr als ordentlich! Von Montag bis zum Mittwoch der folgenden Woche habe ich etwa täglich eine Stunde die Kopfhörer über Bluetooth benutzt, halb und halb jeweils mit und ohne ANC. Mittlerweile ist der Akku noch etwa zu 15-20 Prozent geladen.

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Die Polster an sich sind sehr großzügig Proportioniert. Selbst meine relativ großen Lauscher finden da genügend Platz drin und liegen nirgends auf dem Polster auf. Leider sind die Kopfhörer sehr groß und oval, man hat sehr viel Luft zwischen Kopfhörer und Kopf auf der Strecke zwischen Ohrmuschel und Bogenpolster. Des weiteren hat man nicht die Möglichkeit, die Kopfhörer zusammen zu falten. Eine Lösung wäre hier durch eine kleine Änderung der Konstruktion zu erreichen, vielleicht ja dann bei den Level Over 2.

Privat nutze ich die Sony MDR-XB910, das liegt unter anderem daran, dass man da schon eine sehr gut passive Geräuscheunterdrückung hat. Außerdem haben diese eine viel bessere Form, rundum hat man einen gefühlten halben Zentimeter Abstand zwischen Kopf und Bügel, bei Bedarf kann man den großzügigen Faltmechanismus auch in Anspruch nehmen. Also genau die drei Punkte, in denen die Level Over* enttäuschen.

Tonqualität

Woop-woop! Daumen hoch. Stärken findet man eigentlich überall, außer in den Tiefen. Im Hintergrund definitiv stark genug, im Vordergrund kann es aber gelegentlich ein wenig mau werden. Equalizer konnten das ein wenig verbessern, richtig Wums bekommt man aber nicht hin. Höhen und Mitten schafft der Kopfhörer super. Hier geht nichts verloren, keine Stimme und kein Instrument. Dementsprechend machten grade Lieder, oder ganze Alben, mit vielen verschiedenen Instrumenten Spaß. Aber auch sonstige Musik kann man damit sehr gut hören.

Funktionen und Bedienung

Der einzige Kopfhörer der Reihe, zu dem ich etwas unter diesen Punkt schreiben kann. NFC, ANC, Bluetooth und Touchgesten, es hat auch seinen Grund. Fangen wir bei null an, das erste mal in Betrieb nehmen. Kopfhörer aufladen (falls nötig), Kopfhörer einschalten, NFC (falls vorhanden) am Smartphone anschalten, Smartphone auf die Rückseite der rechten Ohrmuschel halten und kurz warten. Schon kann man den gewünschten Titel abspielen (das Logo ist ein Aufkleber, habe diesen nur für das Bild drauf gelassen).

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Aber auch ohne NFC funktioniert die Kopplung. Man muss einfach drei Sekunden lang den ANC/Bluetooth Knopf am Kopfhörer gedrückt halten und dann mit dem Smartphone einen Bluetooth Scan starten, nach auswählen der „Samsung Level Over“ passiert der Rest von ganz allein. Sind die Geräte bereits gekoppelt und der Kopfhörer ist noch an, muss man lediglich Bluetooth am Smartphone anschalten und die Geräte verbinden sich automatisch. Ist der Akku der Kopfhörer leer, kann man ohne Probleme auf das mitgelieferte 3,5 mm Kabel zurückgreifen und weiter Musik hören. Üblich für Headsets gibt es hier eine 3-Wege-Steuerung und ein Mikrofon. Gesagt sei aber noch, dass ich gelegentlich Probleme mit der Verbindung über NFC hatte (Note 3).

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Dann weiter zur ANC: sehr hilfreiche Funktion. Die aktive Geräuscheunterdrückung kann echt ordentlich was. Umgebungsgeräusche werden nicht absolut Unterdrückt, allerdings sind so gut wie keine nervigen Nebengeräusche mehr wahrzunehmen. Die Stärken sind hier die tiefen Töne. In Bus und Bahn kann man die Lautstärke mal getrost ein wenig runterfahren, brummende Motoren oder klackernde Schienen werden stark eingedämmt. Auch die Geräusche von vorbeifahrende Autos werden gedimmt, allerdings sind diese noch hörbar – aber das ist der Sicherheit zu liebe auch gut so.

Hohe Töne dahingegen werden kaum unterdrückt. Stimmen zum Beispiel bleiben also, je nachdem wer denn gerade spricht, relativ gut hörbar. Leider ergibt sich durch diese Funktion ein gewisses Rauschen. An sich hört man es nicht, wenn die Musik aber leide genug ist, kann das schon mal stören. Wenn man aber wirklich so leise Musik hören kann, kann man die ANC auch ausschalten.

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Als letztes wäre dann noch die Gestensteuerung auf der Berührungsempfindlichen Oberfläche der Rückseite der rechten Ohrmuschel. Von hinten nach vorne Wischen bringt einem zu nächsten Titel, Wischen in die entgegengesetzte Richtung lässt den vorherigen Titel starten. Wischen von oben nach unten verringert die Lautstärke, entgegengesetzt wird die Musik lauter. Hier hat man auch super mitgedacht: Will man zum nächsten Titel wechseln und führt den Finger dabei versehentlich nach unten oder oben, muss nicht direkt wieder die Lautstärke anpassen. Der Player wechselt dann nämlich wie gewünscht den Titel und passt die Lautstärke wieder an die vorher gewählte Stufe an.

Hier schon der erste Kritikpunkt: Die Gesten steuern nicht die Lautsstärkeregelung am Smartphone selbst. Wenn man das Handy also auf die Hälfte eingestellt hat, kommt man mit den Kopfhörern nicht über diese Lautstärke hinaus. Tippt man doppelt auf die Fläche, pausiert die Musik bzw. wird weiter abgespielt. Hält man den Finger etwa 3-4 Sekunden auf der der Fläche, und hat die Funktion in der Samsung Level App aktiviert, öffnet sich S-Voice. S-Voice soll sich laut eines Statements auf Twitter auch durch die Google Sprachsuche ersetzen lassen, allerdings habe ich es nicht auf die Kette bekommen.

Samsung Level App

Passend zu der Level Serie hat Samsung auch direkt eine App für minimale Einstellungen bereitgestellt, diese nennt sich „Samsung Level“. Jetzt stellt sich die Frage: „Eine App extra nur für meine Kopfhörer? Die wird bestimmt einiges auf dem Kasten haben!“ Antwort: Nö. Insgesamt besteht die App auf sieben verschiedenen Screens. Mit dem „Willkommen“ und dem „[…] kann nicht verwendet werden, wenn […] nicht angeschlossen ist.“ Screen sogar ganze 9 (in Wörtern neun) mehr oder minder sinnlose Screens!

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So, aber was bietet mir diese App nun mit meinen Kopfhörern? So lange man nicht die Level Over* besitzt gar nichts, da nicht verwendbar. Aber auch für diese ist der Mehrwert überschaubar, gefunden habe ich lediglich eine sinnvolle Funktion. Diese war es, die aktuelle Akkuladung der Kopfhörer zu ersehen. Ansonsten lässt sich der Mehrwert mit 0, maximal 1, gleichsetzen. Ebenso gibt es Standard Equalizer die auch so in ziemlich jeder Musik-Player App vorhanden sind und zumindest von PowerAMP überboten werden können.

Als zweites wäre da dann die „Lautstärkeüberwachung“. Anfangs erst nicht angeschaltet, da ich keine Lust hatte von meinem Handy irgendwelche Vorschriften/Empfehlungen bzgl. meines Musik-Konsums zu bekommen. Mittlerweile wurde ich aber eines Besseren belehrt. Ich bekomme nämlich nicht irgendwelche Empfehlungen, sondern immer die selbe. „Der Grad der Ermüdung durch Musik ist sehr hoch. […].“, lautet die Warnung, die den rot gefärbten Text „Sehr hoch / 100%“ schmückt. Volle Pulle utz-utz-utz Musik? Eher nicht. Zu Letzt trug ich die Kopfhörer gestern wohl so gegen 16 Uhr, aktuell ist es 15 Uhr und meine Ohren sollen noch immer zu 100 Prozent belastet sein. Eine andere Anzeige außer 0 und 100 hatte ich bisher aber noch nicht.

Weiter dann zu den „Einstellungen“ (gleichzeitig der letzte Screen). Geräuscheunterdr. aktiv, Häkchen. Stimmt so. Aber warum immer das Smartphone rausholen, entsperren und dann die App starten bis man diese Funktion aktivieren oder deaktivieren kann? Dafür hat Samsung doch den dezenten Knopf an der rechten Ohrmuschel angebracht. Einmal kurz drauf gedrückt und schon ist die ANC entweder aktiviert oder deaktiviert. Ansonsten findet sich dort auch noch die Möglichkeit, eingegangene Textnachrichten via Computerstimme vorlesen zu lassen. Zur Krönung hat man dann immer ein definitiv unnötiges Icon in der Statusleiste und einen Benachrichtigungsblock wenn man denn die Leiste runterzieht. Einmal drauf tippen und schon seid ihr in der Samsung Level App – juhu. Ihr seht schon, die App ist nicht der Hammer. Aber was für einen Mehrwert soll man damit auch bieten können? Eine funktionierende Lautstärkeüberwachung wäre ja wenigstens was Schönes für die gewesen, die so etwas nutzen wollen. Im Endeffekt also verschwendeter Traffic, zur Kopplung beider Geräte wird die App übrigens nicht vorausgesetzt.

Fazit

Das sind echt ordentliche Kopfhörer! Neben einem allgemein guten Klangbild gibt es auch viele Spielerein. Wer pragmatisch denkt ist hier falsch, wer aber gerne das ein oder andere Feature dabei haben möchte ist mit den Level Over* wohl bestens bedient. Lediglich die Form ist gewöhnungsbedürftig, aber das kommt ja auch ein wenig auf die individuelle Kopfform an. Wenn ihr euch dann für die Kopfhörer entschieden habt könnt ihr die App aber getrost dort lassen wo sie ist.

Falls irgendwer noch irgendwelche Fragen zu einem der Kopfhörer hat, ab damit in die Kommentare. Freitag müssen alle drei wieder weg, bis dahin kann ich aber sicherlich noch die ein oder andere Frage beantworten. Ja, mein Review ist ein wenig Textlastig. War aber auch so gewollt, Videos sind nicht so mein Ding, deswegen jetzt erst mal so. Beim nächsten Mal vielleicht anders, bis dahin könnt ihr euch aber mit den Videos von Lars und Chris auf unserem YouTube Kanal begnügen. Von Lars kommt übrigens demnächst noch ein Video zur Level Box.

*Zu den verwendeten Materialien gibt es keine offiziellen Infos, von daher könnte es sich hierbei auch um echtes Leder handeln.
*Partnerlinks

Empfehlung: Samsung Level Over

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