Die Samsung Serie 9, das Galaxy Book und das Huawei Matebook X [DBüdT]

Heute bin ich Richtung Hauptstadt aufgebrochen, die IFA ruft mal wieder. Beim Packen gab es eigentlich keine großen Änderungen zu 2016, lediglich ein Gimbal für Vlogs und eine Funkbrücke ist neu mit dabei. Allerdings hatte ich dann auch mal wieder mein MSI GS30 2M in den Fingern … und wurde dabei fast sentimental. Der Blick über den Tellerrand. [DBüdT].

Wer AllAboutSamsung schon länger liest, erinnert sich vielleicht, dass ich mir 2012 die Samsung Serie 9 ausführlich angeschaut hatte und ziemlich von dem Laptop geschwärmt hatte. Und heute? Hatte ich das dickere, nicht wirklich schöne MSI GS30 2m in den Fingern und dachte, dass es doch viel, viel schöner wäre, wenn man stattdessen einen dünnen, schicken Laptop mitnehmen könnte.

Die letzten Wochen hatte ich das Samsung Galaxy Book 12 Zuhause – das von Samsung auf dem MWC vorgestellte 2-in-1 mit Intel i5 7200U an Bord. Außerdem aber auch das Huawei Matebook X. Ein ausführlicher Testbericht zum Samsung Galaxy Book folgt noch, daher jetzt ein paar Zeilen zu Huaweis erstem Laptop.

Um es mit Oliver Kahn zu sagen „Eier, wir brauchen Eier!“. Der Laptop-Markt ist aktuell mehr als schwierig: statt Laptop nutzen viele inzwischen das Smartphone, sogar bei Tablets sieht es aktuell kritisch aus. Samsung hat sich aus dem Grund schon vor einiger Zeit aus dem Markt in Europa zurückgezogen, in den USA und Südkorea gibt es aber noch immer vereinzelt neue Laptops. Kein wirklich einfaches Umfeld und dennoch traut sich Huawei hier auf das Eis.

Bekannt für Smartphones, Tablets und auch einzelne 2-in-1-Geräte präsentierten die Chinesen vor einigen Monaten mit dem Huawei Matebook X ein waschechtes Notebook. Tatsächlich gelingt das Erstlingswerk so gut, dass das Feedback durch die Medien fast durchweg positiv ausfällt. Auch ich hatte mich zu einem Kommentar hinreißen lassen. Außerdem hatte ich bei Kathrin Widmayr angefragt, ob ich nicht mal für ein paar Tage das Matebook X testen könne – hey, die Seite hier heißt AllAboutSamsung.de, da ist es keine Selbstverständlichkeit, dass man da ja sagt. Daher ein herzliches Danke dafür.

Zurück zur Materie: das Matebook X sieht auf dem Datenblatt spannend aus. 1050 Gramm, 12,5 Millimeter, ein 13,3 Zoll großes IPS mit 2160×1440 Pixeln – nett. Beeindruckend: ebenfalls ein Intel i5 7200U wie im Samsung Galaxy Book, allerdings PASSIV gekühlt. Ohne Kühler. Hammer. Erreicht wird das durch winzige Kristalle in der Bodenplatte die den Aggregatzustand ändern – das braucht Energie, der Prozessor wird hierüber gekühlt (mehr dazu später). Außerdem gibt es einen 5449 mAh Akku, 8GB RAM und zwei SSDs mit zusammen 256GB.

Zum Vergleich: damit hat meine geliebte Samsung Serie 9, Baujahr 2012, endlich ein Gerät, dass ihm Konkurrenz macht. 2012 hatte Samsung der Serie 9 ein Aluminiumgehäuse mit 12,9mm Dicke und einem Gesamtgewicht von 1,16KG spendiert. Damals allerdings mit weniger RAM, SSD, aktiver Kühlung, einem schwächeren Display und und und. Im Vergleich damit steht das Huawei Matebook X extrem gut da. Es sieht dem Apple Macbook sehr ähnlich, keine Frage. So what – ein großes Display, so viel Tastatur wie möglich, das ist einfach gut. Das Huawei Matebook X liegt herrlich in der Hand und bietet dennoch deutlich mehr Power als das Gegenstück von Apple, da man auf einen i5 und nicht einen Y-Prozessor setzt.

Der Preis für Kompaktheit ist wie immer die aktuelle Geißel des Schlankheitstrends: wenige Anschlüsse, mehr geht nur über Adapter. Das ist bei vielen 2-in-1 so, bei vielen Laptops auch – normal, leider. Cool ist, dass Huawei einen Fingerabdrucksensor im Powerbutton integriert, ein schneller, problemfreier Boot ist die Folge. Auch an Bord ist Dolby Atmos. Ehrlich, bei allen Geräten die keine Lautsprecher sind, halte ich das eigentlich für Quatsch. Einen fetten Namen kaufen, um das Gerät hierüber aufzuwerten. Beim Matebook X klingt das aber dennoch richtig gut für so ein flaches Gerät.

Jetzt zu den Nachteilen. Meine Serie 9 hatte ein mattes Display – das Matebook X hat kein Touch und dennoch eine hochglänzende Oberfläche auf dem Display, das gefällt mir nicht ganz so gut. Die Kühltechnik reicht zudem für den Normalbetrieb dicke aus, für mich aber auf Dauer nicht. Ich rendere 4k-Videos, dabei braucht es viel Leistung, nach einer gewissen Zeit ist der Aggregatzustand der Kühlkörper geändert, die CPU wird warum und entsprechend muss das Matebook X drosseln, um nicht zu überhitzen. Im Alltag kein Problem, beim Rendern von Videos schon. Blöd: Die Kamera des Matebook X hat 1 MP. Einen Megapixel. 2017. Bei einem so leichten und tollen Gerät wird man quasi auch zum Skypen eingeladen, mit der Kamera ist das aber quatsch. Die Tasten der Tastatur sind mir fast zu groß, der Druckpunkt könnte zudem knackiger sein – hier bleibt meine Serie 9 die Benchmark, vielleicht aber auch aus Gewöhnung.

Ich gehe jetzt bewusst nicht auf das Samsung Galaxy Book ein, dafür kommt noch ein eigener Test. Im Video vergleiche ich aber doch ein wenig. Kurz: die Serie 9 war geil, das Galaxy Book ist für mich ein Kompromiss, bei dem ich den Lüfter hören kann und das Huawei Matebook X ist ein Notebook, wie Samsung es in meinem Traum gebaut hätte – wenn man sich getraut hätte. Das aktuelle Samsung Notebook 9 gefällt mir deutlich weniger als das, was Huawei hier als Erstlingswerk auf das Parkett zaubert. Mein Testgerät musste jetzt vor der IFA zurück und ich sage einfach einmal „Danke“: Danke Huawei, dass ihr euch traut, einen geilen Laptop auf den Markt zu bringen.
Videolink

Werbung