Samsung Galaxy S5 Test: Wie gut ist das neue Flaggschiff?

Samsung hat mit dem Galaxy S5 am 24. Februar 2014 die inzwischen fünfte Generation der Galaxy S-Reihe vorgestellt. Diese hat Samsung im Smartphone-Segment an die Spitze gebracht und entsprechend hoch waren im Vorfeld wieder einmal die Erwartungen.

Samsung Galaxy S5 Homebutton

Seit einigen Tagen ist das Galaxy S5 nun im Handel, wir haben uns das Flaggschiff ausführlich angeschaut. Alle Eindrücke, Vor- und Nachteile gibt es wie immer in einem ausführlichen Samsung Galaxy S5 Test – los geht’s:

 Der Lieferumfang

Videolink

Samsung gibt dem Galaxy S5 ein Headset in der Farbe weiß (auch bei einem schwarzen Smartphone), einen Ladeadapter mit 2A Output und erstaunlicher Weise ein MicroUSB 2.0 Kabel trotz vorhandenem MicroUSB 3.0 Anschluss am Galaxy S5 bei. Alles mit dem üblichen Papierkram in einer mit Sojatinte bedruckten Pappschachtel in Holzoptik.

Die Spezifikationen: Kaum Wünsche offen gelassen

Samsungs Galaxy S Flaggschiffe galten eigentlich immer als Hardware-Benchmark und auch das Galaxy S5 bietet auf dem Datenblatt teilweise mehr als noch das Galaxy S4. Trotzdem gibt das Datenblatt in Sachen Auflösung und Arbeitsspeicher keine Evolution wieder und besonders beim Arbeitsspeicher setzt man auf 2 GB statt auf die 3 GB die noch das Note 3 bieten konnte.

  • Prozessor: Snapdragon 801 MSM8974AC SoC mit 2,5 GHz Quad-Core CPU und Adreno 330 GPU bei 578 MHz
  • Display: 5,1 Zoll FullHD (1920×1080 Pixel) Super AMOLED mit Diamond Matrix (PenTile)
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 mit Samsungs TouchWiz Oberfläche
  • Kamera: Auf der Rückseite 16 MP BSI-CMOS Sensor mit ISOCELL-Technik und Videoaufnahme mit 60fps bei 1080p bzw. 30 fps bei UHD-Aufnahmen, auf der Front 2,0 MP.
  • Speicher:  16 GB intern, erweiterbar per MicroSD, 2GB LPDDR3 RAM.
  • Konnektivität: WLAN b/g/n/ac; GPS, Glonass; NFC; Bluetooth 4.0 (LE); Infrarot; MHL 2.0, MicroUSB 3.0
  • Ein FM-Radio fehlt.
  • Gewicht: 145 Gramm
  • Abmessungen: 142 x 72,5 x 8,1 mm
  • Akku: 2.800 mAh Li-Ion

Was mich bei dem Galaxy S5 in Sachen Ausstattung wundert sind die nur 2 GB Arbeitsspeicher (auch wenn man das „Fehlen“ von 1 GB zum Note 3 nicht bemerkt) und die 16 GB intern. Bei dem Galaxy Note 3 waren hier noch 32 GB zu finden. Auch wenn man ohne Probleme eine 128GB MicroSD nutzen kann, finde ich den Rückschritt schade.

Verarbeitung und Design: „In Echt“ besser als auf den meisten Fotos

Samsung_GalaxyS5_Back

Design ist natürlich Geschmacksfrage und ich für meinen Teil war bei der Präsentation des Galaxy S5 nicht wirklich begeistert. Nach (wie immer) unzähligen Gerüchten über den Einsatz von Metall, sah das Smartphone bei der Präsentation ein wenig aus, als hätte der Designer eher Golf gespielt als zu designen.

Samsung Galaxy S5 Lautsprecher

Im Gegensatz zu dem Galaxy S4 ist das zwar schon so etwas wie eine Revolution bei Samsung, da man endlich die Abkehr von glänzenden und dadurch billig wirkenden Plastik begonnen hat, allerdings konnte den Punkt auch bereits das Galaxy Note 3 für sich verbuchen. An dessen Ledertextur und nachgeahmten Nähte kommt das Galaxy S5 zumindest auf Bildern nicht heran. Was mich übrigens an der Rückseite fuchst, ist, dass der Lautsprecher ab einer gewissen Lautstärke die Rückseite zum vibrieren bringt. Sogar bei Telefonaten kann das schon passieren.

Samsung_Galaxy_S5-vs-Galaxy_Note3

Als ich das Galaxy S5 dann endlich in den Fingern hatte, zeigte sich ziemlich viel dieser Einschätzung als unbegründet. Zumindest in der schwarzen Version kann die Rückseite mit der des Galaxy Note 3 mithalten. Die Oberfläche ist leicht gummiert (leider fehlt diese Gummierung bei der weißen Version) und griffig. Sie gefällt mir besser als die des Galaxy S4. Optisch kann sie zwar nicht mit dem Gunmetal Grey des HTC One M8 mithalten, dafür liegt das Galaxy S5 deutlich sicherer und fester in der Hand. Dazu kommt, dass es eigentlich noch immer Polycarbonat ist und insofern absolut robust.

Samsung_Galaxy_S5-vs-Galaxy_Note3-3

Mit dem Rahmen kann ich mich nicht so recht anfreunden. Samsung setzt auch hier erneut auf Kunststoff, erneut in einer Chromoptik gehalten. Zwar nicht in der glatten Optik des Galaxy S4 sondern mit Rillen ähnlich dem Note 3, aber so wirklich edel ist es nicht. Das kennt man so nun schon seit dem Note 1 in der Form, problematisch ist, dass der Lack bei Stürzen abplatzen kann. Samsung sollte zumindest beim Rahmen endlich (!) den Schritt zu Metall gehen, das würde dem Galaxy S5 in Sachen Wertigkeit noch eine gute Note mehr geben.

Samsung Galaxy S5 MicroUSB

Auch nervig: Die MicroUSB 3.0 Buchse muss bei jedem Laden aufgefummelt werden – hier wäre eine von Haus aus integrierte Möglichkeit zum kabellosen Laden mehr als angebracht gewesen. Wenn nicht hier, wann dann?

SAMSUNG CSC

Ansonsten wundert man sich im ersten Augenblick, dass das Galaxy S5, trotz eines nur 0,1 Zoll größeren Displays, neben dem Vorgänger fast wuchtig wirkt. Schuld hieran ist der breitere Rahmen um das Display. Dieser ist wohl einer IP67-Zertifizierung geschuldet. Das Galaxy S5 kann laut dieser 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe verweilen und ist zudem staubresistent. Samsung hat hier das Rad nicht neu erfunden, Sony hat bereits früher auf eine derartige Zertifizierung bei Smartphones gesetzt. Auch Samsung hatte im Fall des Xcover oder Xcover 2 schon robuste Smartphones zu bieten. Trotzdem: Für die Galaxy S-Reihe ist dies eine praktische Neuerung und besonders Nutzer die gelegentlich zu zwei linken Händen tendieren, werden dies Samsung danken. Die IP67-Zertifizierung bringt allerdings auch einen Haken mit sich: Man wird ständig darauf hingewiesen die Rückseite richtig festzudrücken und der – in der Regel täglich benötigte – MicroUSB-Anschluss ist mit einem nervigen Deckel geschützt der bei Nutzung abgeknibbelt und danach erneut festgedrückt werden muss.  Einen Haken habe ich bei der Verarbeitung für mich gefunden: Der Spalt zwischen Display und Rahmen oberhalb des Displays erscheint mir zu breit, bei einem Staubtest hat sich hierin ein halber Sandkasten gesammelt.

Samsung Galaxy S5 Staub

Das Display: Hell, yeah!

Ich weiß, das Wortspiel habe ich schon mal gebracht, aber Samsung hat das Display erneut seit dem Note 3 verbessert. Bei automatischer Helligkeit liegt das Galaxy S5 nochmal eine ganze Ecke vor dem Note 3 und kann auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch abgelesen werden. Dazu kommen je nach Farbmodus perfekte Farbwerte und ein hervorragender Blickwinkel. Die Pentile (Diamond) Matrix bemerkt man meiner Meinung nach in keiner Weise und Texte, Webseiten und Co. lassen sich gestochen scharf ablesen. Für mich ist das Display eines der absoluten Highlights des Galaxy S5.

Samsung Galaxy S5 Display draußen

Unter dem Strich ist das Galaxy S5 jedenfalls ein großer Schritt seit dem Galaxy S4. Lederartig punktierte Textur auf der Rückseite, Gummierung, IP67-Zertifizierung – über fehlende Evolutionsschritte kann man sich bei Samsung nicht beschweren, einzig der Rahmen aus Metall fehlt.

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Die Software: Ein Schritt in die richtige Richtung, aber…

Samsungs TouchWiz. Seit ich diese Seite hier betreibe gibt es neben dem Kunststoff glaube ich kein Thema was ähnlich hier polarisiert hat. Samsung führt seit dem Galaxy S II mit jedem neuen Galaxy S-Gerät eigentlich eine neue Version der TouchWiz-Oberfläche ein. Mit dem Galaxy S III kam die Nature UX, mit dem Galaxy S4 Veränderungen wie die „Tabbed settings“ in den Einstellungen und mit dem Galaxy S5 wurde erneut einiges geändert.  Als erstes fällt wohl die Integration von „My Magazine“ in den Homescreen auf. My Magazine ist ein auf dem bekannten Flipboard basierender Newsreader. Dieser ist von Haus aus mit einem Swipe nach links auf dem Homescreen zu erreichen. Ich mag Flipboard, aber My Magazine auf dem Homescreen fand ich nervig, in den Einstellungen kann man die Integration aber deaktivieren.

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Auch schade finde ich, dass ich keine benutzerdefinierten Streams hinzufügen kann. Die Kanäle sind fest vorgegeben, die Quellenauswahl gefällt mir persönlich nicht immer. Jedenfalls reicht mir Flipboard als App, My Magazine habe ich kaum genutzt.

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Ansonsten hat Samsung versucht TouchWiz zu reduzieren. In einem Arbeitszeugnis ständ‘ hier ein „Man war stets bemüht“. So wirklich gelungen ist es jedenfalls nicht. Die Software platzt noch immer vor Funktionen von denen kaum jemand auch nur annähernd die Mehrheit für sich nutzen dürfte. Gut, das sind halt Smartphones und jeder kann hier seine persönliche Nutzung anpassen, zig Hinweise und Erklärungen sind jedoch am Anfang ermüdend. Interessant ist, was Samsung bei den Toggles in der Notification Bar und den generellen Einstellungen des Smartphones angestellt hat. Insgesamt finden sich drei Designlinien im Menü des Galaxy S5. Einmal ein konsequent genutztes zweifarbiges Flatdesign in den Toggles, grau und grün auf Kreisen – sehr schlicht. Über den Punkt, dass grüne Toggles nach einer durchsichtigen Statusbar mit weißer Schrift schon inkonsequent sind, kann man noch hinwegsehen.

Der Rest von TouchWiz dagegen kommt wieder in der bekannte Optik daher, hier wurde nichts geändert. Die dritte Designlinie schließlich findet sich in den Einstellungen. Eine Mischung aus bunt und flat – für mich war die Kiste grausam unübersichtlich am Anfang. Die Einstellungen sind nun in zig Farben in einer langen Rasteransicht „geordnet“, wer möchte kann über das Menü hier mehr oder weniger die gewohnten Tabbed Settings einstellen. Trotzdem: Flat und die einzelnen Kategorien für sich farblich getrennt ok, so wirken die Einstellungen eher wie digitales Konfetti und ich musste häufig nach Punkten suchen.

Samsung Galaxy S5 S Health

S Health ist bei dem Galaxy S5 eine feine Sache. Aufgrund der IP67-Zertifizierung lädt das Gerät einfach dazu ein, beim Sport genutzt zu werden. Zusammen mit der Gear 2 oder Gear Fit kann man hier schon vernünftig sein Workout überwachen. Die Smartwatches bieten zwar kein Runtastic, dafür kann die Karte auch gut in S Health dargestellt werden und mit Geschwindigkeits- und Pulsdaten versehen werden. Wer möchte kann auch die Ernährung über S Health organisieren, mir was es aber schlichtweg zu viel Fummelei das Essen zu suchen und einzutragen, aber vielleicht haben andere mehr digitale Selbstdisziplin (und Geduld).

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Neben My Magazine und dem inkonsequenten Userinterface gibt es für mich mit dem Galaxy S5 noch einen weiteren großen Störfaktor in Sachen Software. Mit den PRO-Tablets hat Samsung auf der CES 2014 damit angefangen sich von dem Menübutton zu verabschieden und hat stattdessen – ganz im Sinne einer angestrebten Produktivität – auf einen Multitasking-Button gesetzt. Erst bei einem längeren Druck auf diesen wird nun die Menüfunktion ausgelöst. Google hat für mich in Sachen Android echt nicht das Verständnis für Usability gefressen und dass Samsung sich nun nach den Vorgaben von Google richtet stört mich. Vielleicht bin ich zu sehr Gewohnheitstier, aber ich bin nun schon jahrelang an einen Menübutton unten links gewöhnt und Multitasking habe ich auf dem Smartphone noch nie häufiger genutzt als das Menü. Dazu kommt, dass man mit einem Menübutton höchstens versehentlich das Menü öffnet, bei einem Multitasking-Button dagegen wird man schon mal versehentlich aus einer App katapultiert. Ja, vermutlich möchte Google, dass Samsung die Bedienung mehr an normalem Android ausrichtet, dass dies aber nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist, ändert sich dadurch nicht. Nach zwei Wochen Nutzung hat sich das Problem langsam bei mir gelegt, aber am Anfang hat es mich stark gestört.

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Der „Private Modus“ bietet auf dem Galaxy S5 in der Theorie eine Möglichkeit Teile des Smartphones mit einem Passwort oder Fingerabdruck abzusichern. Ein „Samsung Knox des kleinen Mannes“ also. In der Praxis ist diese Option leider nicht durchdacht und geht längst nicht weit genug. So lassen sich zwar einzelne Bilder im Privaten Modus verstecken und nur nach Passworteingabe anschauen und auch SMS oder Kontakte lassen sich so schützen, dass aber wohl kaum noch jemand SMS nutzt und eher ein Schutz von Whatsapp interessant wäre oder andere Apps komplett mit Passwort sicherbar sein sollten, wurde nicht beachtet. Der Private Modus bleibt damit eine gute Idee, geht allerdings nicht weit genug. Schade.

Samsung_Galaxy_S5_Tipps_8

Eine sehr gute Software-Innovation ist dagegen der Ultra-Energiesparmodus. Die Situation, dass nur noch wenige Prozent des Akkus verbleiben, man aber noch für ein paar Stunden erreichbar sein müsste, dürfte wohl keinem fremd sein. Mit dem Galaxy S5 hat Samsung dafür einen besonderen Modus. In diesem wird das Display auf die Darstellung von Grautönen beschränkt und die Software auf das nötigste beschränkt. Will heißen, dass eigentlich nur noch Telefonieren und SMS auf dem Programm stehen. Man kann sich zwar noch Facebook und Twitter in den Ultra-Energiesparmodus legen, allerdings ergibt das nur beschränkt Sinn. Das Internet ist nur bei Nutzung aktiv und wenn man Facebook, Twitter und Co. nutzt ist das der Fall – nur wird dann die versprochene Standby-Zeit nicht mal annähernd erreicht. Beschränkt man sich aber auf das Erreichbar-bleiben, kann das Galaxy S5 so die benötigten Zusatzminuten aus dem Akku quetschen.

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Der Fingerprint-Scanner: Nützlich, aber längst nicht perfekt

Was Cupertino vormacht, kann so schlecht nicht sein und so nutzt auch Samsung in dem Galaxy S5 nun einen Fingerprint Scanner. Mit diesem lässt sich das Gerät entsperren und das auch meistens schneller als mit PIN oder Entsperr-Muster. Das Problem ist: Bei Apple muss der Finger nur auf den Button gelegt werden und macht man dies aus unterschiedlichen Positionen, wird er digital gedreht und erkannt. So kann sowohl beidhändig als auch einhändig das Gerät mit einem Finger oder eben Daumen entsperrt werden. Bei dem Galaxy S5 ist dies anders, hier muss der Finger über den Scanner im Homebutton bewegt werden. Die Anleitung zeigt hierfür eine parallel zur Seitenlinie gezogene Bewegung des Zeigefingers.

Samsung_Galaxy_S5_Tipps_10

Tatsächlich gibt es dann auch keinerlei Probleme mit der Erkennung und der Scanner erkennt den Finger zuverlässig. Das Problem ist aber, dass eine einhändige Entsperrung so ohne Gummiknochen nicht möglich ist und so richten viele den Scanner mit dem Daumen ein. Mit diesem dann eine entsprechend gerade Bewegung zu machen, dass der Scanner zuverlässig arbeitet ist deutlich schwerer und die Erkennung leidet stark. Mir hat es geholfen den Daumenabdruck doppelt zu hinterlegen, perfekt war es aber noch immer nicht. Apples Touch ID empfinde ich als bessere Lösung. Dass man bei Samsung mit dem Fingerabdruck PayPal-Zahlungen autorisieren kann ist zwar eine schöne Werbung, in der Praxis ist dies aber neben dem Passwort möglich und wirklich sicherer wird die Nummer eben nicht. Generell ist der Fingerabdruck-Scanner wie auch Apples TouchID mit genügend Know-How zu überlisten. Ich habe ihn irgendwann wieder abgestellt, nur drei hinterlegbare Finger waren mir zu wenig, zwei für den Daumen, einer für den Zeigefinger und die Freundin musste jedes Mal fragen, wenn sie mein Smartphone nutzen wollte. Kurios: Nach einigen Tagen ist der Scanner bei mir zudem abgestürzt, Entsperren war dann nur noch mit dem PIN möglich und erst nach einem Neustart funktionierte wieder alles.

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Die Kamera: Scharf, schnell, vorausgesetzt das Licht stimmt

Vielleicht eine der größten Neuerungen des Galaxy S5. 16 Megapixel, dazu die ISOCELL-Technologie die grob gesagt mit Trennwänden zwischen den einzelnen Pixeln für eine genauere Abbildungsleistung sorgt. Tatsächlich hat mich die Kamera schwer beeindruckt. Gute Lichtverhältnisse vorausgesetzt, sind die Bilder herausragend scharf und detailliert, hinzu kommen tolle Farben. Sobald das Licht allerdings abnimmt, geht es mit der Qualität schwer bergab.

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Vielleicht bin ich von dem Lumia 1020 verwöhnt, aber man muss schwer aufpassen, dass das Galaxy S5 bei schlechteren Lichtverhältnissen noch vernünftige Bilder aufnimmt. Im automatischen Modus schlägt erneut ein Weichzeichner zu, der viele Details nimmt – hilfreich wäre hier ein RAW-Modus den Android 4.4.2 ja eigentlich unterstützt. Besser werden die Bilder bei der Aktivierung des HDR-Modus, am besten mit zugeschalteter Bildstabilisierung sofern man denn die Hand ruhig hält. Die Stabilisierung sollte man auch nur dann verwenden, ansonsten sind Momentaufnahmen schwer und Bilder häufig verwackelt. Der HDR-Modus wiederum ist herausragend, das Ergebnis wird im Liveview angezeigt und kann sich sehen lassen.

Insgesamt ist die Software überarbeitet und bietet endlich auch Einstellungen wie etwa eine manuelle Regelung der ISO. Auch wurde das überladene Modus-Menü des Galaxy S4 vereinfacht und in dem „Shot and more“-Modus verschiedene Modi zusammengefasst, sodass die Wahl des Modus nun leichter fällt. Das Highlight ist meiner Meinung nach neben dem HDR-Modus der selektive Fokus, in diesem werden zwei Bilder aufgenommen und anhand dessen ein Bild mit zwei Schärfeebenen erstellt. So kann etwa ein verstärkter Fokus auf eine Ebene gelegt oder ein Pan-Fokus eingestellt werden. Ähnliches bietet Nokia schon länger, bei Samsung ist allerdings alles in einer Kamera-App zu finden und für mich leichter erreichbar. Die Ergebnisse sehen zudem natürlicher aus als etwa die des HTC One M8, wo für diese Spielerei unnötiger Weise ein zweites Kameramodul verbaut wurde.

Samsung_Galaxy_S5_Selektiver_Fokus

Trotzdem: Am Ende enttäuscht mich Samsung weiterhin im Low-Light Bereich und auch die fehlende optische Bildstabilisierung macht sich besonders bei 4k-Aufnahmen bemerkbar. Bei guten Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse herausragend, aber dann machen auch andere Smartphones meistens gute Bilder. Auffällig schnell ist der Autofokus, Kontrast- und Phasen-AF sind sonst eher in DSLR-Kameras zu finden, bei dem Galaxy S5 ist das insofern schon ein echtes Novum.
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Tl;dr: Das Fazit

Der Samsung Galaxy S5 Test. Erneut kann man herunterbeten, dass es keine Revolution sondern eine Evolution ist. Logisch, das Innovationstempo der Branche hat einfach abgenommen. Trotzdem finden sich wirklich zahlreiche Neuerungen. Wenig Sinn ergibt für mich der Pulsmesser, praktisch ist aber der Fingerabdruck-Scanner und die Kamera. Dazu kommt die IP67-Zertifizierung und die Rückseite, die ich inzwischen ebenso gut finde wie die des Galaxy Note 3. Wäre der Rahmen nun aus Metall, würde man nicht mehr meckern können.

Samsung Galaxy S5 Rueckseite Wasser

Schade finde ich die Low-Light-Fähigkeit der Kamera und das insgesamt etwas inkonsequente TouchWiz, außerdem könnte der private Modus durchdachter sein. Knox fehlt auf dem Galaxy S5 als vorinstalliertes Programm, dieses lässt sich nun erst über eine MDM-Software durch Unternehmen nutzen, der private Nutzer kann hiervon derzeit nicht mehr profitieren. Ich war erst skeptisch in Sachen Galaxy S5, unter dem Strich ist es aber ein herausragendes Smartphone. Wenn gemeckert wird, dann auf einem sehr hohen Niveau.

Samsung Galaxy S5 Wasser

Ob sich ein Wechsel vom Galaxy Note 3 lohnt ist schwer zu sagen, wohl eher nein. Bei dem Galaxy S4 kann man hierüber schon eher nachdenken und zu davor liegende Generationen sind absolut riesige Unterschiede bemerkbar. Ich mag die Kiste und würde das Testgerät zu gerne behalten ;-).

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Empfehlung: Samsung Galaxy S5

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